Diözese Rottenburg: Reformer fordern Lockerung des Zölibats

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Eine Gruppe engagierter Katholiken in der Diözese Rottenburg-Stuttgart schlägt Alarm: Angesichts des dramatischen Priestermangels stellt sie den Pflichtzölibat in Frage. Sie fordern die Weihe von „viri probati“, bewährten Männern, die verheiratet sind, etwa Diakone oder Pastoralreferenten. „Das bisherige System ist am Ende“, sagte Wolfgang Kramer, Sprecher des Vereins „Pro Concilio“, gestern in Stuttgart. In der Diözese wurde 2016 ein Neupriester geweiht, pro Jahr scheiden aber zehn aus.

Der Verein hat 1750 Briefe mit Unterschriftenlisten an alle 1036 Kirchengemeinden geschickt. Am 19. April werden die Unterschriften Bischof Gebhard Fürst übergeben. „Es sollte ein Aufschrei und Ruck durch die Gemeinden gehen“, heißt es im Papier. Leo Schuler, früher Kanzleidirektor im Ordinariat, erhofft sich den nötigen Druck von der Basis. Der 93-Jährige hat die Aktion mit ins Rollen gebracht. Die Bischöfe würden heikle Themen ausklammern, Fürst kümmere sich mehr um große Politik als um seine Diözese, kritisiert Kramer. Der Verein will jedoch nicht auf Konfrontationskurs gehen, „sondern ihn an der Hand nehmen.“

Der Verein sieht sich auf dem Boden des Kirchenrechts, beruft sich aufs Zweite Vatikanische Konzil. „Viri probati“ sollen keine Konkurrenz, aber Hilfe zölibatärer Priester sein. Geschehe nichts, werde es XXL-Seelsorgeeinheiten geben. „In den Gemeinden brodelt es“, so Sprecherin Birgit Kälberer. „Pro Concilio“ strebt Reformen an. Sie fordert das Diakonat der Frau und mehr Ökumene. Rainer Lang

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