Der Fall Axel W. - Gericht entscheidet über Klage gegen die Ankläger

Ein Staatsanwalt muss Straftaten verfolgen. Doch was ist, wenn er sich irrt? Axel W. wurde zu Unrecht angeklagt und verlor seinen Job. Er hat deshalb das Land verklagt, es gibt aber nur wenig Aussicht auf Erfolg. Gibt er auf?

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Bis zuletzt hat Axel W. gehofft. Zuversichtlich sei er, hat er vor Beginn seines Amtshaftungsprozesses gegen das Land Ende Mai gesagt. Eineinhalb Stunden später war nicht mehr viel Zuversicht übrig. Dass die Klage wenig Aussicht auf Erfolg hat, hat das Landgericht Karlsruhe in der Verhandlung überdeutlich gemacht. Zum Urteil kommenden Dienstag will Axel W. wohl nicht mehr kommen.

Der 67-Jährige sieht sich als Justizopfer. Der frühere Manager im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) war im Atomforscherprozess wegen Korruption angeklagt und kurz darauf entlassen worden. Trotz des Freispruchs Ende 2013 wurde er nicht wieder eingestellt. Schuld daran ist aus Sicht von Axel W. die Staatsanwaltschaft: „Es wurde schlampig, einseitig und ausufernd ermittelt.“ 2008 hatten LKA-Beamte W.s Haus und Büro durchsucht. „Ich habe mich wie ein Schwerverbrecher gefühlt“, sagt der Ex-Manager. „Grundlage waren anonyme Hinweisen“, sagt Anwalt Ernst Oelkers. „Es fehlten die Fakten, man hätte das stärker prüfen müssen.“ Alle fünf Angeklagten wurden freigesprochen. „Man kann das Ganze nicht von hinten nach vorne gucken“, sagt Landes-Anwalt Thomas Hannemann. „Unvertretbar war die Anklage nicht.“

Axel W. will Entschädigung in niedriger sechsstelliger Höhe. Wegen der Kündigung läuft die Revision beim Bundesarbeitsgericht.

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