Dampflok mit Publikum - TV-Reihe „Eisenbahn-Romantik“ wird 25

Seit 25 Jahren schon gibt es die SWR-Serie „Eisenbahn-Romantik“. Viele Zuschauer bleiben ihr über die Jahre treu. Sie hat sogar einen Fanclub.

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  • Die Dampflokomotive BB 262 der Sauschwänzlebahn startet am 16.07.2016 im Bahnhof Weizen bei Blumberg (Baden-Württemberg). Die SWR-Fernsehreihe «Eisenbahn-Romantik» wird 25 Jahre alt. Die 1991 gestartete «Eisenbahn-Romantik», die sich in 30-minütigen Reportagen alten Zügen und Bahnen widmet, findet ihr Publikum. Mehr als 880 Folgen wurden bereits ausgestrahlt. 1/4
    Die Dampflokomotive BB 262 der Sauschwänzlebahn startet am 16.07.2016 im Bahnhof Weizen bei Blumberg (Baden-Württemberg). Die SWR-Fernsehreihe «Eisenbahn-Romantik» wird 25 Jahre alt. Die 1991 gestartete «Eisenbahn-Romantik», die sich in 30-minütigen Reportagen alten Zügen und Bahnen widmet, findet ihr Publikum. Mehr als 880 Folgen wurden bereits ausgestrahlt. Foto: 
  • Die  Hauptdarstellerin der ersten Sendung: Eine Dampflokomotive der Sauschwänzlebahn aus dem Schwarzwald. 2/4
    Die  Hauptdarstellerin der ersten Sendung: Eine Dampflokomotive der Sauschwänzlebahn aus dem Schwarzwald. Foto: 
  • Ein Zug der Sauschwänzlebahn fährt am 16.07.2016 bei Blumberg (Baden-Württemberg) über ein Viadukt. 3/4
    Ein Zug der Sauschwänzlebahn fährt am 16.07.2016 bei Blumberg (Baden-Württemberg) über ein Viadukt. Foto: 
  • Ein Zug der Sauschwänzlebahn fährt am 16.07.2016 bei Blumberg (Baden-Württemberg) über ein Viadukt. 4/4
    Ein Zug der Sauschwänzlebahn fährt am 16.07.2016 bei Blumberg (Baden-Württemberg) über ein Viadukt. Foto: 
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Zum Jubiläum machen die Beteiligten mächtig Dampf. Und kehren an den Ort zurück, an dem alles begann. Vor 25 Jahren wurden hier die Weichen gestellt für eine ungewöhnliche Fernsehreihe. Filme über Dampflokomotiven und historische Eisenbahnen waren im TV-Programm eigentlich nur als Pausenfüller gedacht. Doch die Zuschauer wollten mehr davon sehen. Und so wurde daraus eine Serie – sogar eine erfolgreiche. Die 1991 gestartete Serie „Eisenbahn-Romantik“, die sich in 30-minütigen Reportagen alten Zügen und Bahnen widmet, findet ihr Publikum. Mehr als 880 Folgen wurden bereits ausgestrahlt.

„Es ist ein Jubiläum der besonderen Art“, sagt eine Sprecherin des Südwestrundfunks (SWR) in Baden-Baden. „Eisenbahn-Romantik“ läuft im SWR Fernsehen, in anderen dritten Programmen der ARD sowie bei 3sat. Einzelne Filme der Reihe werden zudem bei Arte ausgestrahlt.

Zum Geburtstag der Serie wird im SWR am kommenden Sonntag um 20.15 Uhr eine 90 Minuten lange Jubiläumsausgabe gezeigt. Schon am Freitag gibt es eine Preview und das ganze Wochenende lang ein Fest in Blumberg im Schwarzwald. Die historische Sauschwänzlebahn dort ist die Kulisse. Mit einem Beitrag über diese Bahn, ausgestrahlt am 7. April 1991, hatte alles begonnen.

„Das Fernsehpublikum hat mit der Fernbedienung abgestimmt“, erinnert sich Hagen von Ortloff. Der 67-Jährige ist der Erfinder von „Eisenbahn-Romantik“ und als einziger Moderator das Gesicht der Serie. Für Programmlücken produzierte der Fernseh- und frühere Sportreporter in Stuttgart vor einem Vierteljahrhundert die Kurzfilme über historische Eisenbahnen. Der Zuschauererfolg überraschte. „Die Kurzfilme hatten eine höhere Einschaltquote als die Sendungen, die davor und danach gezeigt wurden. Und diese waren das Hauptprogramm.“

Die Fangemeinde wurde nach und nach so groß, dass aus den Eisenbahnen eine Serie wurde. Das war ein neuer Weg. „Ähnliches gab es nicht – und gibt es bis heute nicht im deutschen Fernsehen“, sagt von Ortloff. Läuft eine der jeweils 30 Minuten langen Episoden im SWR, schalten nach Angaben des Senders im Schnitt bis zu 50 000 Menschen ein. Einen Absturz der Quote, unter denen andere TV-Formate leiden, gab es bei den Fernseheisenbahnen in 25 Jahren nicht.

In der schnell gewordenen Fernsehlandschaft wirkt die Sendung wie eine Insel. Behäbig bahnt sich zum Start der Folgen eine betagte Schmalspurlok der Museumsbahn Ochsenhausen-Warthausen in Oberschwaben zu den Jazz-Klängen von „Sentimental Journey“ ihren Weg, ruhige Kameraeinstellungen prägen das Bild. Das Publikum ist meist älter, doch die Serie genießt Kultstatus – und hat sogar einen Fan-Club.

„Dampflokomotiven üben eine ungeheure Faszination aus“, sagt der Fernsehmann, der von Beginn an auch als Autor und Redaktionsleiter agierte. Eisenbahnen seien nicht nur Transportmittel, sondern auch Spielzeug und Leidenschaft. Bei vielen seien sie mit Erinnerungen und Emotionen verbunden. „Wir treffen einen Nerv mit dieser Serie.“

Stoff für weitere Filme gebe es genug. „In Deutschland existieren rund 100 Museumseisenbahnen, weltweit sind es Tausende.“ Die Bahnen und ihre Geschichte sowie die jeweilige Region und ihre Menschen zu zeigen, das sei die Stärke der Sendung. Mit der Bahn entstehen so Reisereportagen. Und auch Modelleisenbahnen werden porträtiert.

Kritiker bemängeln gelegentlich, dass zu wenig technische Details beleuchtet werden. Doch die Redakteure wollen Fernsehen nicht nur für Experten machen. „Wir schauen uns links und rechts der Strecke um. Wir wollen die Bahn und die Gegend, in der sie fährt, unterhaltsam porträtieren“, sagt von Ortloff. „Ein Fachmagazin allein für Eisenbahnkenner wollen wir bewusst nicht sein.“

Der Zug für die Serie ist noch lange nicht abgefahren, versichert der Sender. Jährlich werden rund 20 neue Folgen produziert. „Und ein Ende ist nicht absehbar“, sagt die Sprecherin. Zum Jubiläum werden nun zahlreiche Spezialausgaben gezeigt.

Die neuen Folgen laufen ohne Moderator. Von Ortloff ist Ende vergangenen Jahres in den Ruhestand gegangen. Er ist noch in den vielen Wiederholungen zu sehen. Daheim kümmert er sich nun um seine Modelleisenbahnsammlung. Eisenbahnen sind sein Hobby, auch im Privaten. Ein Porträt über ihn mit dem Titel „Der Eisenbahnromantiker Hagen von Ortloff“ sendet das SWR übrigens am Samstag um 16.30 Uhr.

Stichwort: Sauschwänzlebahn

25 Kilometer lang Die Sauschwänzlebahn in Blumberg im Schwarzwald ist eine der bedeutendsten Museumseisenbahnen Deutschlands und eine überregional bekannte Touristenattraktion. Die historischen Dampfzüge der Bahn befördern in der von April bis Oktober laufenden Saison nach Angaben der Betreiber jährlich 110.000 bis 120.000 Passagiere. Die Strecke ist einmalig: Sie ist 25 Kilometer lang, überwindet 231 Höhenmeter, sie führt durch sechs Tunnelbauwerke und über mehrere historische Viadukte. Die Gleise schlängeln sich den Berg hinauf, sehen aus wie eine Spirale und erinnern optisch an ein geringeltes Schweineschwänzchen. Das erklärt auch den Namen der Sauschwänzlebahn. dpa

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