Bürgerverdienste: Festliches Ritual mit neuem Orden

Prunkvoll war der Rahmen immer, jetzt macht auch der neue Orden was her: 22 verdiente Bürger zeichnet Ministerpräsident Kretschmann am Samstag aus.

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Der Blick nach oben auf das barocke, 460 Quadratmeter große illusionistische Deckenfresko im Ordenssaal des Ludwigsburger Residenzschlosses versetzt einen direkt in den Götterhimmel. Dabei geht es bei der festlichen Veranstaltung am Samstagnachmittag um Irdisches: Wie seit 1975 stets um den Gründungstag des Landes herum, zeichnet der Ministerpräsident eine Auswahl von Bürgern mit dem Verdienstorden aus. Einer, der keinen bekommt, kann besonders stolz sein: Denis Kostic aus Tübingen hat den Orden neu gestaltet und wird dabei sein, wenn Winfried Kretschmann diesen erstmals übergibt.

Der Student an der Stuttgarter Kunstakademie hatte den Wettbewerb gewonnen und die optisch bisher an eine Allerweltsplakette erinnernde Auszeichnung zum Wohlgefallen Kretschmanns so weiterentwickelt, dass der Landesorden "wie das Land selbst Tradition und Fortschritt repräsentiert". Am schwarz-goldenen Band baumelt ein stilisiertes Kreuz, ein Symbol, das sich europaweit bis zum Bundesverdienstkreuz wiederfindet. In der Mitte, auf einem Medaillon, prangt das Große Landeswappen mit dem Landes-Schriftzug.

Wer es sich an die Brust heften darf, entscheidet auf der Basis von Vorschlägen der Regierungschef selbst. Unter den 22, die in diesem Jahr gewürdigt werden, finden sich wie immer verdiente Mitmenschen, die nur vor Ort bekannt sind, und Prominenz wie der Ulmer Oberbürgermeister a.D. Ivo Gönner. Er wird auch das letzte Wort haben: Traditionell dankt einer der Ausgezeichneten in einer Schlussansprache.

Der gesellschaftlich engagierte Fußballer Sami Khedira ist der einzige, der den Termin nicht wahrnimmt. Sein Arbeitgeber Juventus Turin braucht ihn. Neue Ordensträger sind etwa Prof. Dr. Michael Bamberger, Chef des Uni-Klinikums Tübingen, dessen Verdienste um die Krebsforschung gewürdigt werden, und der Noch-Vorstandsvorsitzende der Landesbank, Hans-Jörg Vetter, der diese erfolgreich sanierte. Auch die Kunst fehlt nicht: Stuttgarts Opern-Chef Jossi Wieler wird ebenso ausgezeichnet wie Jean-Baptiste Joly, Direktor der Akademie Schloss Solitude.

Info Aktuelles vom Festakt unter www.stm.baden-wuerttemberg.de

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