Brexit: Land fürchtet Nachteile für die Forschung

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Das Land fürchtet, dass sich der angekündigte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union negativ auf die wichtige Forschungs- und Hochschullandschaft im Südwesten auswirken wird. Die Beteiligung der britischen Partner an der EU-Forschungsförderung sei für Baden-Württemberg „von herausragender Bedeutung“, heißt es in einer internen Vorlage von Europa- und Justizminister Guido Wolf (CDU) für die Kabinettssitzung am Dienstag. Bei einem Brexit sei daher „mit Qualitätseinbußen bei Forschungsergebnissen zu rechnen“. 

Ferner dürfte Großbritannien seine Forschungszusammenarbeit weg von der EU in die USA oder nach China oder Indien verlagern. Zudem würde „ein Rückzug des Vereinigten Königreichs die Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit für baden-württembergische Universitäten schwächen“, warnt Wolf. Nachteile erwartet er für den Studierendenaustausch „durch höhere Hochschulgebühren, geringere Stipendien und neue Einreisebestimmungen“ auf der Insel.    

 Stuttgart rechnet damit, dass ein Brexit das Volumen des EU-Haushalts stark schrumpfen lässt. Beim Wegfall des zweitgrößten Nettozahlers drohten prosperierenden Regionen wie Baden-Württemberg erhebliche Nachteile bei der Abschöpfung von EU-Fördermitteln. Die „stärker entwickelten Regionen“ dürften „höhere Mitteleinbußen hinnehmen müssen“, heißt es in der Vorlage. Das betrifft die Forschung genauso wie den Agrarbereich.

Mit dem Abgang Großbritanniens von der Brüsseler Bühne sieht Stuttgart die Stellung Deutschlands und seiner Länder insgesamt geschwächt: „Die Nettozahler verlieren mit dem Brexit einen Streiter für mehr Sparsamkeit und die Mitgliedstaaten insgesamt einen Unterstützer beim Thema Subsidiarität.“ Zu wirtschaftlichen Auswirkungen soll bis zum Sommer eine eigene Studie vorliegen. 2015 sind Waren im Wert von 12,3 Milliarden Euro von Baden-Württemberg nach Großbritannien exportiert worden, damit ist das Vereinigte Königreich der sechstwichtigste Handelspartner für die Südwest-Unternehmen. 

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