Bozdag: Auftrittsverbot ist „Skandal-Entscheidung“

|
Der türkische Justizminister Bekir Bozdag. Foto: Marijan Murat

Nach dem Verbot seines Auftritts im baden-württembergischen Gaggenau hat der türkische Justizminister Bekir Bozdag Deutschland erneut scharf kritisiert. Bozdag stellte am Freitag im ostanatolischen Malatya auch klar, dass er nicht glaubt, dass die Gemeinde Gaggenau die Entscheidung selbstständig getroffen hat. „Es ist klar ersichtlich, dass das eine Entscheidung ist, die die Zuständigkeit von Gemeinden übertrifft“, sagte der Minister nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. „Es ist eine Skandal-Entscheidung und eine Entscheidung, die gegen die diplomatische Höflichkeit verstößt.“

Bozdag warnte ominös vor einer Wiederholung der deutschen Geschichte, womit er sich womöglich auf den Nationalsozialismus bezog, ohne ihn aber zu benennen. „Sie sollen auf ihre eigene Geschichte zurückblicken. Wir sehen, dass alte Krankheiten herumgeistern. Sollen sie sich mit der Behandlung dieser Krankheiten beschäftigen. Wenn sie diese Krankheiten nicht behandeln, dann befürchte ich, dass jene, die heute den Justizminister der Türkei nicht sprechen lassen, selber in ihrem eigenen Land nicht mehr sprechen werden können.“ Die türkische Regierung beklagt seit langem wachsenden Rassismus in Europa.

Bozdag warf Deutschland erneut vor, Terroristen aus der Türkei Schutz zu gewähren. „Ob Mitglieder von PKK, Fetö oder DHKP-C. Wer auch immer Straftaten gegen die Türkei begangen hat, für den ist Deutschland heute zur Zufluchtsstätte geworden.“ Bozdag bezog sich auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die von der Türkei „Fetö“ genannte Bewegung des Predigers Fethullah Gülen und die linksterroristische DHKP-C.

Anadolu-Meldung

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Innenstadthandel klagt über Gewalt und Drogen

Bei Regen und Kälte ist nur wenig zu sehen von den unhaltbaren Zuständen, die einige Geschäftsleute auf der Bahnhofstraße beklagen. Doch es gibt sie, auch wenn es derzeit eher entspannt zugeht. weiter lesen