BIOGAS: Der Maisersatz blüht gelb

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Korbblütler mit positivem Nebeneffekt: Silphium perfoliatum. Privatfoto

Mit dem Versuchsanbau von 100 000 Silphium perfoliatum sind große Erwartugen verbunden. Die "Durchwachsene Silphie", wie der Korbblütler auf Deutsch heißt, soll als Energiepflanze dem Mais Konkurrenz machen. Erste, vielversprechende Erfahrungen gibt es mit Experimenten in Thüringen. In der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber steckten gestern vier Bauern mit Hilfe spezieller Maschinen die Setzlinge im Abstand von 50 Zentimetern in ihre Äcker. Die Freilandlabore sind insgesamt drei Hektar groß.

Wenn im September 2013 die Mähwerke erstmals zur Ernte ausrücken, erhofft sich Rainer Engel vom Landwirtschaftsamt in Öhringen wichtige Erkenntnisse, welche Arten am besten für die Böden der Region geeignet sind. Er ließ an die Pioniere vier verschiedene Sorten verteilen, eine aus Nordamerika, drei aus Deutschland, eine davon hat der Gärtner Robert Schreiber im Taubertal kultiviert.

Das Landschaftsbild wird sich dank Silphie ändern, blüht sie doch von Juli bis Oktober gelb. Auch Imker freuen sich auf neue Nahrungsquellen für ihre Bienen. Wichtiger für die Landwirte sind die großen Blätter der bis zwei Meter großen Energiepflanze als Rohstoff für Biogasanlagen. Als optimal gilt schon jetzt, dass Silphie als Dauerkultur geeignet ist: Einmal gepflanzt, kann sie zehn Jahre oder noch länger immer wieder abgemäht werden, weshalb sich der Stückpreis von 14 bis 18 Cent rasch bezahlt macht. Es wird davon ausgegangen, dass der Einsatz von Herbiziden nur im ersten Jahr notwendig sein dürfte.

Einen durchaus positiven Nebeneffekt der "Durchwachsenen Silphie" schätzen Landwirte und Wissenschaftler gleichermaßen. Die Becherpflanze sei "ein wirklich gutes Instrument gegen die Erosion", sagte Fachmann Engel.

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