Bernd Häusler kippt seinen Chef vom Stuhl

Denkbar knapp hat der CDU-Politiker Bernd Häusler die Wahl zum Oberbürgermeister in Singen gewonnen. Amtsinhaber Oliver Ehret muss gehen.

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Erst die Auszählung der Briefwähler hat bei der Wahl zum Oberbürgermeister in Singen (Kreis Konstanz) die Entscheidung gebracht: Mit nur 72 Stimmen Vorsprung hatte Bernd Häusler (CDU) im zweiten Wahlgang die Nase vorn. Damit muss sein Chef, Oberbürgermeister Oliver Ehret (ebenfalls CDU), bis September seinen Stuhl für seinen bisherigen Stellvertreter räumen. Der 46-jährige Häusler erhielt am Sonntag nach Auswertung des endgültigen Ergebnisses 50,2 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Oliver Ehret kam hingegen nur auf 49,8 Prozent.

Häusler habe vor allem bei der Briefwahl gepunktet, sagte ein Sprecher der Stadt gestern. Dort habe er 54,95 Prozent der Stimmen erreicht, Ehret dagegen 45,05 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg von 43,5 Prozent im ersten Wahlgang auf 47,9 Prozent.

Zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Rathauschef und seinem Stellvertreter Häusler war es schon im ersten Wahlgang am 30. Juni gekommen. Damals lag Amtsinhaber Ehret noch mit wenigen Stimmen vorn, die absolute Mehrheit konnte aber keiner der Kandidaten erreichen.

Bei der Singener OB-Wahl durften erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren mitbestimmen - der Landtag hatte vor wenigen Monaten ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Von 910 wahlberechtigten Teenagern habe im ersten Wahlgang aber nur rund jeder Dritte seine Stimme abgegeben. Wie viele Jugendliche bei der zweiten Runde mitgewählt hatten, war gestern zunächst noch nicht bekannt. Auch 303 kroatische Mitbürger duften am Sonntag ihre Stimme abgeben, weil Kroatien seit 1. Juli EU-Mitglied ist.

Bernd Häusler, der im Singener Rathaus Bürgermeister für Haushalt, Schule und Sport ist, zeigte sich überglücklich über den Sieg, mit dem er nach eigenen Angaben nicht mehr gerechnet hatte. Oliver Ehret dagegen musste um Fassung ringen, als das Ergebnis mitgeteilt wurde. Er muss nach acht Jahren als OB der 46 000 Einwohner zählenden Stadt unterm Hohentwiel gehen. Der mehrwöchige Wahlkampf der beiden Kontrahenten hinterlässt in Singen tiefe Gräben. Er hat die Singener in zwei Lager gespalten und wurde teilweise auch unfair geführt. Erste Aufgabe Häuslers wird sein, die Singener wieder zu einen. Das hat er noch am Sonntagabend versprochen.

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