Berlin und die Schwaben: Streit um Millionen fürs Schloss

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Die Fassade des Berliner Schlosses spiegelt sich in einer Pfütze.  Foto: 

Zugegeben, eine Weile war es ganz witzig, aber die Schrippen-Wecken-Erzählung ist arg trocken geworden. Oder gibt es irgendwo einen Menschen, der diese öden Geschichten über Schwaben und Berliner noch herunterwürgen mag? Diese Aneinanderreihung plumper Konflikt-Klischees über Reichtum und Armut, Geiz und Faulheit, Spießer und Ach-so-Kreative, zusammengehalten nur von einem lieblos angerührten Folklore-Kitt aus Maultasche und Stulle, Sterni und Wulle.

Ja, witzig, „Schwabylon“! Und klar, die Cafés in Prenzlauer Berg! Geschenkt. All diese Geschichten sind Ausdruck lahmer Selbstvergewisserung, erzählt von und für Menschen, deren persönliche Sternstunde entweder darin besteht, IN BERLIN! zu wohnen oder eben darin, dort den Heimathafen aller Taugenichts­igkeit gefunden zu haben.

Ach, Sie mögen diese Geschichten? Na gut, es gibt wieder eine: Die Berliner bauen ja bekanntlich ihr Stadtschloss wieder auf. Seit Jahren. Und weil die Berliner, wie jeder weiß, nie Geld haben, sammeln sie. Wie nun der „Tagesspiegel“ berichtet, fanden sich auch ein paar schwäbische Unternehmer, die etwas beisteuern wollten oder sollten: fünf Millionen Euro. Dafür hätten sie jedoch, so die Zeitung, verlangt, dass ein Saal im Schloss „Baden-Württemberg“ genannt wird. Das sei abgelehnt worden. Die Unternehmer gaben dann nichts. Ende. Gelächter.

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