Stuttgart-21-Brückenbauten im Zeit- und Kostenrahmen

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Zwei wichtige und komplizierte Brückenbauten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 sind nach Angaben des Unternehmens im Zeit- und Kostenrahmen. Die knapp 350 Meter lange Neckarbrücke am Stuttgarter Zoo könne wie geplant bis Ende 2019 fertig werden, hieß es am Mittwoch. Auch die Kosten von rund 35 Millionen Euro könnten aller Voraussicht nach eingehalten werden. Das zuständige Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich wurde unter anderem durch den Bau des Münchner Olympiadaches bekannt.

Auch die gut 480 Meter lange Filstalbrücke über der Autobahn 8 Stuttgart-München, ziemlich genau in der Mitte zwischen Stuttgart und Ulm, liege im Zeit- und Kostenrahmen, sagten die Experten der Bahn. Die Fertigstellung im Jahr 2021 sei das Ziel - und das werde nach derzeitigem Stand erreicht.

Der neue Bahnknoten Stuttgart 21 mit einem unterirdischen Hauptbahnhof und einer Neubaustrecke Richtung Ulm könne aber nicht vor Ende 2023 in Betrieb gehen, hieß es bei der Bahn. Daran habe sich zuletzt nichts geändert.

Bauverzögerungen etwa durch die Schlichtung hätten bisher aber nicht wieder eingeholt werden können, sagte Projektsprecher Jörg Hamann.

Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

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Kommentare

06.10.2017 19:57 Uhr

Ach ja, die Schlichtung - Bauverzögerungen und ihre Gründe

Nach einer allgemeinen Lobesyhmne über zwei im Plan liegende Brückenbauwerke hat Bahnsprecher Jörg Hamann erwartungsgemäß auch mal wieder die Schlichtung als angeblichen Grund für die Bauverzögerungen ins Spiel gebracht.

Man muss dazu jedoch folgendes richtigstellen: Die Bahn war damals - während der Schlichtung - nicht bereit, entgegen dieser unverfrorenen und dreisten Behauptung, die Bauarbeiten zu unterbrechen. Außerdem liegen die Gründe für Bauverzögerungen ganz woanders - sie liegen auch nicht an irgendwelchen Umwelt- und Artenschutzbestimmungen, die man einhalten muss - die sind schon lange vorher bekannt und müssen bei einer Planung berücksichtigt werden.

Die Gründe liegen im Projekt selbst und seiner unbedingten politischen "Gewolltheit". Stuttgart 21 ist technisch konzeptionell ein Desaster und rückständig wie nichts Vergleichbares in Deutschland. Aber die Umsetzung dieses völlig fehlgeplanten Haltepunktes - S21 darf gemäß der Gesetzeslage aufgrund der für einen Bahnhof unzulässigen Bahnsteigneigung nicht als solcher bezeichnet werden, sondern gilt als "Haltepunkt" - ist mehr als anspruchsvoll.

Es kommen Verfahren und Methoden zum Einsatz, die noch niemals zuvor erprobt wurden. Dazu kommt die schwierige topografische Lage Stuttgarts und das quellfähige Gestein, durch das die Tunnel zu einem großen Teil verlaufen. Alles in allem ist es technisch höchst aufwendig, höchst riskant und daher sind die bereits jetzt bekannten Verzögerungen vermutlich noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Es drohen weitere Kostensteigerungen und Bauverzögerungen. Alles wäre ja nicht so schlimm, wenn S21 ein schlüssiges Bahnhofskonzept und eine sinnvolle Investition in die Zukunft wäre. Aber leider ist dieser "Haltepunkt" mit seinen nur acht Gleisen viel zu kärglich und nicht zukunftsfähig.

Vermutlich wird man ca. vier oberirdische Gleise des alten Kopfbahnhofs erhalten müssen, um diese massive Fehlkonstruktion kompensieren zu können und damit den neuen Bahnhof wenigstens noch einigermaßen leistungsfähig zu machen. Da lauert also noch einiges Überraschungs- und Problempotenzial!

http://netzwerke-21.de/

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05.10.2017 11:38 Uhr

Guckesthu ! Wasele bei der Bahn überhauptsnet im Zeitramen isch !!

ZDFzoom: Bahn ohne Plan
Güterzüge auf dem Abstellgleis Film von Broka Herrmann
Doku | ZDFzoom - ZDFzoom: Bahn ohne Plan
Beim Bahngüterverkehr steht Deutschland auf der Bremse. Während unsere europäischen Nachbarn viel Geld investiert haben, fehlen hierzulande eigene Gütertrassen.
Beitragslänge:
29 min
Datum:
04.10.2017
Damit wird Deutschland zum Flaschenhals Europas. Es fehlt offensichtlich an einem Gesamtkonzept. Stattdessen betreibt die Bahn Flickschusterei auf Kosten der Gesundheit von Anwohnern - so der Vorwurf von Bürgerinitiativen und Experten.
Das gestresste Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist der wundeste Punkt der Nord-Süd-Magistrale zwischen Rotterdam und Genua: Auf den beiden Rheinseiten donnern täglich 400 Güterzüge und 150 Personenzüge wenige Meter an Wohnhäusern vorbei durch das vormals idyllische Weltkulturerbe.

Und das könnte jetzt auch in Frankfurt passieren: "ZDFzoom" vorliegende Dokumente aus der Bahnspitze und Interviews mit Politikern belegen, dass die Bahn eine teilweise Umleitung der Güterzüge von Koblenz über das mittelhessische Gießen, entlang der Nidda in die Wetterau, über Bad Vilbel und Frankfurt West, bis zur geplanten Mannheim-Anbindung am Frankfurter Flughafen durchsetzen will. Täglich sollen nach Berechnungen des Umweltbundesamtes bis zu 220 schwere Güterzüge durch dichte Wohnsiedlungen rattern, wo bisher gerademal 23 unterwegs sind.

Ganz anders die Verkehrspolitik unserer europäischen Nachbarn: Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels wurde ein Meilenstein für den europäischen Güterverkehr auf Schienen gelegt. Von Rotterdam, dem drittgrößten Seehafen der Welt, bis Genua werden derzeit etwa zehn Millionen Container auf der 1400 Kilometer langen Schienen-Magistrale transportiert. In zehn Jahren soll es das Dreifache sein, prognostizieren Verkehrsexperten. Die Niederlande haben 4,7 Milliarden in ihr Schienennetz und damit in die Beschleunigung des Güterverkehrs investiert, die Schweiz nach 17-jähriger Bauzeit und immensem finanziellem Aufwand für das Licht am Ende des Tunnels gesorgt, und auch die Italiener haben ihre Hausaufgaben bis Genua gemacht.

In Deutschland werden dagegen das Mittelrheintal und die künftig verlärmten Teile Hessens zum Beispiel für eine fehlgeleitete Bahnpolitik, die sich beim Großprojekt Genua-Rotterdam niederschlägt. Dabei gäbe es sozial-und umweltverträgliche Alternativen, die zusätzlich mehr Güter auf die Schiene bringen könnten.

Mehr unter www.zoom.zdf.de
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-bahn-ohne-plan-100.html


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Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

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05.10.2017 01:19 Uhr

Propagandaabteilung der Bahn AG mal wieder hyperaktiv

... in der Streuung von Erfolgs- und Schönwettermeldungen, die einzig darüber hinwegtäuschen sollen, wie es wirklich um dieses willfährige Mach- und Machtwerk profilierungssüchtiger, biederer Provinzpolitiker der Sorte Oettinger, Mappus und Schuster (alle CDU) steht. Kein Wort ob dem mehrmals gesprengten Zeit- und Kostenrahmen des Gesamtprojektes.

Dergestalt des zunächst anvisierten Eröffnungsdatums 2019, inzwischen korrigiert auf 2021, an das aber auch kein Mensch mehr glaubt sowie dem von den Tunnelparteien hochheilig versprochenen Kostendeckel von 4,5 Mrd. Euro, der diesem schäbigen Milliardengrab wohl nur als Alibi und Allheilmittel zur Verdummung und vorsätzlichen Täuschung der Bevölkerung dienen sollte.

Dazu gesellt sich ein weiterer Schildbürgerstreich der Bauherrin Bahn AG mit der vorzeitigen Fertigstellung einer sog. Soda-Brücke über den Neckar: Kein Tiefbahnhof fertig, um die Brücke auch befahren zu können, aber über Jahre hinweg sie schon mal ungenutzt "so dastehen" zu lassen!

Zitat aus dem Artikel der StN: "Während die Bahn beim Bau des Herzstücks von Stuttgart 21, dem Tiefbahnhof, die zweijährige Verspätung noch immer nicht aufgeholt hat, geht’s beim Brückenbau voran. Die Neckarbrücke soll bis Ende 2019 stehen."

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-beim-brueckenschlag-will-bahn-puenktlich-sein.8e29eff5-0480-41e2-88c1-5c6d0c2c6ade.html

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