Bahn rechnet neu: Stuttgart 21 wird eine Milliarde Euro teurer

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Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll rund eine Milliarde Euro teurer werden als bislang veranschlagt und nun 7,6 Milliarden Euro kosten. Zudem soll das Bauvorhaben erst 2024 fertig gebaut sein. Das geht aus Papieren hervor, die die Mitglieder des Bahn-Aufsichtsrats im Vorfeld ihrer Sitzung am 13. Dezember erhalten haben. Die Bahn nahm zu den Zahlen keine Stellung.

Als Gründe für die Kostensteigerung und die Verzögerung werden gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt. Bereits im Oktober beim Treffen mit den Projektpartnern Land, Stadt, Flughafen und Region hatte die Bahn erklärt, die Kosten und den Zeitplan von externen Gutachtern überprüfen zu lassen. Diese Ergebnisse sollen nun vorliegen.

Bislang ging die Bahn von 6,5 Milliarden Euro Kosten aus, rund 2 Milliarden mehr als mit den Projektpartnern im Finanzierungsvertrag 2009 vereinbart. Um die Übernahme dieser Mehrkosten streiten sich die Beteiligten derzeit juristisch. Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof sollte zusammen mit der Schnellbahnstrecke nach Ulm Ende 2021 in Betrieb gehen. Unklar ist weiterhin, was mit dieser Trasse über die Alb passiert, wenn sie Jahre vor dem Bahnhof fertig wird.

Landespolitiker in Stuttgart reagierten alarmiert. „Es bleibt ohne Wenn und Aber beim Kostendeckel“, sagte der grüne Fraktionschef Andreas Schwarz. Das Land werde, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, nicht mehr als 930 Millionen Euro zahlen. Er wie auch die stellvertretende CDU-Fraktionschefin Nicole Razavi forderten die Bahn zu einem transparenten Vorgehen auf. Das Projekt dürfe nicht gesundgespart werden.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte: „Das ist kein guter Tag für Stuttgart.“ Finanziell in die Bresche springen will die Stadt nicht. „Für uns gilt der vereinbarte Kostendeckel“, stellte Kuhn klar. Bahn und Bund seien jetzt in der Verantwortung.

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