Baden-Württemberg reformiert die gymnasiale Oberstufe

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Die Landesregierung von Baden-Württemberg will die gymnasiale Oberstufe und das Abitur reformieren. Das grün-schwarze Kabinett beschloss am Dienstag entsprechende Pläne von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Sie sollen erstmals für den Abitur-Jahrgang 2021 gelten. Das Konzept, das noch durch den Landtag muss, sieht eine stärkere Schwerpunktsetzung vor. Schüler in den Klassen elf und zwölf sollen künftig drei Fächer als „Leistungsfächer“ mit je fünf Wochenstunden besuchen und dort auch Abi-Prüfungen absolvieren. Die übrigen Fächer heißen nun als „Basiskurse“. Zwei Leistungsfächer wählen die Schüler aus Deutsch, Mathematik, einer Fremdsprache und einer Naturwissenschaft. Das dritte Leistungsfach wählen sie frei.

Auch die Schlussprüfungen sehen künftig anders aus: Es wird drei schriftliche und zwei mündliche geben, statt vier schriftliche und eine mündliche. Die bisherige „Präsentationsprüfung“, in der Schüler eine vorbereitete Präsentation halten, wird abgeschafft. Stattdessen ist wieder eine klassische mündliche Prüfung vorgesehen.

Die Reform setzt Empfehlungen der Kultusminister-Konferenz um. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) begründete sie außerdem so: „Mehr Qualität, mehr Flexibilität, mehr Raum für individuelle Begabungen. Das sind die Leitgedanken des neuen Konzepts.“

Die letzte Oberstufenreform gab es im Schuljahr 2002/03, damals unter Kultusministerin Annette Schavan (CDU). Seinerzeit nahm man Abschied vom System mit zwei Leistungskursen und Grundkursen und führte ein Konzept mit vier „Kernfächern“ und einem gewählten „Profilfach“ ein. Schavan begründete dies mit dem Ziel, Abiturienten eine breitere Allgemeinbildung zu vermitteln. Eisenmann nutzte die Vorstellung der Reform am Dienstag zu einem Seitenhieb auf ihre Vorgängerin im Amt und Parteifreundin: „Ich gehe mal davon aus, dass wir erfolgreicher sind als Frau Schavan“, sagte Eisenmann.

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