Ausgelassene Narren im Südwesten - auch Terror ist ein Thema

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Ausgelassenes Treiben statt Terrorangst: Mit Umzügen und Narrensprüngen haben sich die Fastnachtsfans den Spaß an ihrem höchsten Feiertag nicht nehmen lassen. Angst vor Anschlägen war am Rosenmontag vielerorts nicht zu spüren, wenngleich die Sicherheitsbehörden besonders wachsam waren. „Die Einsatzplanungen berücksichtigen, dass größere Menschenansammlungen generell ein höheres abstraktes Gefährdungspotenzial haben, denn sie sind leicht anzugreifende Ziele“, sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD). Anders als in Braunschweig gebe es keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohungslage gegen Karnevalsveranstaltungen.

Am Sonntag war der Karnevalsumzug in der niedersächsischen Stadt kurz vor dem Start nach Hinweisen auf einen möglichen Terrorakt abgesagt worden. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen“, sagte der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle. „Man muss sehen, dass man die Narren- und Pressefreiheit auf jeden Fall erhält. Das sind wichtige Güter.“ Der Rosenmontag sei im ganzen Land sehr gut angelaufen, sagte Wehrle: „Wir haben teilweise wunderschönes Wetter, das hebt die Stimmung der Narren.“ Man könne aber nicht ausschließen, dass Leute wegen der Terrorangst Zuhause blieben.

Die Polizei rechnet für Dienstagnachmittag mit mehreren 10.000 Zuschauern beim Umzug in Stuttgart. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter 200.000 Menschen. Vor dem närrischen Spektakel warnte die Polizei vor Panikmache. „Wir dürfen die Bevölkerung nicht beunruhigen, in dem wir irgendwelche Szenarien ausmalen“, sagte ein Sprecher. Es gebe „keine Hinweise auf Störungen des Umzuges“. Allerdings betonte er auch: „Natürlich sind wir alle sensibilisiert.“

Auch die Sicherheitsmaßnahmen der Karlsruher Polizei bewegten sich im Rahmen des Üblichen, sagte ein Sprecher. Wie 2014 sollen deutlich über 100 Beamte die Umzugsstrecke am Dienstag absichern. Erwartet werden rund 200.000 Zuschauer.

Der traditionelle Narrensprung in Rottweil zog wieder tausende Narren und Zuschauer an. Pünktlich um 8 Uhr strömten 4300 „Kleidlesträger“ aus dem Schwarzen Tor und zogen durch die historische Innenstadt. Der Narrensprung ist einer der Höhepunkte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und wird noch weitgehend genau so gefeiert wie im 18. Jahrhundert. Die Polizei schätzte die Zahl der Zuschauer wie in den vergangenen Jahren auf rund 15.000.

Angst vor möglichen Anschlägen war in der Rottweiler Innenstadt nicht zu spüren: Die Straßen waren voller Zuschauer, viele Menschen kamen mit Kind und Kegel zu dem traditionellen Umzug. Sie habe zwar an die Terrorwarnungen in Braunschweig gedacht, sagte eine Rottweilerin. „Aber man kann deswegen ja nicht zu Hause bleiben. Der normale Alltag sollte schon weitergehen.“

 
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