Aufklärung von Missbrauch in Brüdergemeinde: Streit beendet

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Der Streit um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Heimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) ist beendet. Opfervertreter und die Brüdergemeinde haben sich auf die Zusammensetzung einer Gruppe geeinigt, die den Auftrag zur Aufarbeitung erteilen soll, wie die Streit-Schlichter Elisabeth Rohr und Gerd Bauz am Sonntag mitteilten. „Alle sind zu einer guten Einigung gekommen.“

Opfervertreter Detlef Zander bestätigte die Einigung. Der Auftrag zur Aufarbeitung werde so gut wie sicher an den Rechtsanwalt Ulrich Weber vergeben, der auch die Missbrauchvorwürfe bei den Regensburger Domspatzen aufgearbeitet hat. Zander fordert schon seit Monaten, Weber zu beauftragen. „Jetzt geht es darum, dass Fakten auf den Tisch kommen und danach geht es um die finanzielle Wiedergutmachung durch die evangelischen Brüdergemeinde Korntal“, sagte der Opfervertreter.

Zander hatte den Missbrauch im Sommer 2014 öffentlich gemacht. Der heute 55-Jährige war in den 1960-er und 70-er Jahren im Heim. „Ich bin erleichtert im Namen von allen Betroffenen, die schwere sexualisierte Gewalt in den Einrichtungen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal erleben mussten“, sagte Zander über die Einigung. Am 11. Februar gebe es in Stuttgart ein nächstes Treffen, bei dem ein Aufklärer dann formal beauftragt werden soll.

Nach den Worten von Zander werfen inzwischen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in den zwei Kinderheimen der Gemeinde sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein. Der Versuch einer Aufarbeitung war Anfang 2016 schon einmal gescheitert.

Brüdergemeinde

Netzwerk Betroffenenforum Korntal

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Kommentare

16.01.2017 16:57 Uhr

Wer organisiertes Verbrechen aufklären will, benötigt Durchgriff!


Überall die gleiche Methode, Modell „Ettal“. Deshalb steht immer „Aufarbeitung“ drauf, es sind aber nur Almosen drin, die noch dazu unter großem Medientrara an die Opfer ausgeschüttet werden, um Werbung für die Institution zu machen. Es empört mich mittlerweile, wie leichtfertig unser Staat Institutionen, welche alle Leistungen der Jugendhilfe und/oder Schulförderung, also öffentliche Gelder abgezockt und veruntreut haben, aus ihrer Verantwortung entlässt. Das Geld war da, um Kindern zu helfen, nicht um sie zu misshandeln und zu missbrauchen. Kein gutes Vorbild, sondern ein ganz schlechtes Signal an alle ehrlichen und ehrbaren Bürger!

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick, eine von 9 Millionen Erwachsenen in Deutschland, die in ihrer Kindheit und/oder Jugend Opfer von schwerem sexuellen Missbrauch wurden


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