Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Korntal stockt weiter

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Um die schwierige Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in den Heimen der evangelischen Brüdergemeinde in Korntal (Kreis Ludwigsburg) ist erneut heftiger Streit entbrannt. Die Mediatoren Elisabeth Rohr und Gerd Bauz sagten die für Samstag geplante Wahl eines Aufklärers ab. Als Grund führten sie einen Medienbericht an, demzufolge der einzige Kandidat für das Amt, Rechtsanwalt Ulrich Weber, in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein könnte. Wie die Mediatoren am Donnerstag mitteilten, soll er am Samstag Gelegenheit haben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Die Opfervertreter wollen dagegen an seiner Wahl festhalten. Weber, der auch die Missbrauchsvorwürfe bei den Regensburger Domspatzen aufgearbeitet hat, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Vorwürfe seien unzutreffend.

Opfervertreter Detlev Zander hatte den Missbrauch im Sommer 2014 öffentlich gemacht. Der heute 55-Jährige war in den 1960er und 70er Jahren im Heim. Ihm zufolge werfen inzwischen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980erJahren in den zwei Kinderheimen der Gemeinde sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein. Der Versuch einer Aufarbeitung war Anfang 2016 schon einmal gescheitert.

Brüdergemeinde

Netzwerk Betroffenenforum Korntal

Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal

BR-Bericht

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