Anschlag auf Asylheim: Fremdenhass war Motiv für Brandstiftung

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Den 22 Beamten der Sonderkommission ist offenbar die rasche Aufklärung des Brand­anschlags von Neuenstein gelungen. Zwei deutsche Staatsbürger sollen zwei im Bau befindliche Unterkünfte für Flüchtlinge in Brand gesteckt haben. Das Motiv ist wohl Fremdenhass.

Bei den Tatverdächtigen handle es sich um Männer im Alter von 24 und 33 Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Montag mit. Sie ist zuständig für die zentrale Bearbeitung von Staatsschutzdelikten in Nordwürttemberg. Im Zuge der Ermittlungen habe sich ein Verdacht gegen den 33-Jährigen aus dem Hohenlohekreis ergeben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung sei „belastendes Beweismaterial“ gefunden worden. Um welche Indizien es sich dabei gehandelt hat, behält die Staatsanwaltschaft für sich. Bei der Vernehmung habe der Hohenloher die Brandstiftung gestanden. Dabei muss auch der Hinweis auf einen Komplizen gefallen sein. Denn bei dem 24-Jährigen entdeckten die Ermittler gleichfalls Beweise für eine Tatbeteiligung. Auch er habe ein Geständnis abgelegt.

Das Duo sei am Sonntag einem Haftrichter in Schwäbisch Hall vorgeführt worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sei gegen beide Haftbefehl erlassen worden. Die Männer befinden sich seither in verschiedenen Vollzugsanstalten. Zu den Aussagen der Tatverdächtigen wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft keine Einzelheiten nennen. Es müssten erst noch alle Angaben überprüft werden. Es gebe Belege für „einen fremdenfeindlichen Hintergrund“. Das Feuer war an Dämmplatten gelegt worden, wobei ein Schaden von rund 20 000 Euro entstand. Betroffen sind zwei von sechs Häusern für insgesamt 84 Flüchtlinge.

Kundgebung am Donnerstag

Jede Beteiligung am Brandanschlag auf ein Haus in der Nachbargemeinde Pfedelbach wird von den Verhafteten bestritten. Dort war im November ein für 50 Flüchtlinge bestimmtes Gebäude angezündet worden. Die Ruine musste abgebrochen werden.

Neuenstein will am Donnerstag „ein starkes Zeichen für Menschenrechte, Toleranz, Solidarität und für ein friedliches Zusammenleben“ setzten. Stadtverwaltung, Geschäftsleute und Gemeinschaftsschule fordern zu einer Kundgebung auf. „Wir sind alle tief erschüttert über den Brandanschlag auf die im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft des Hohenlohekreises in unserer Stadt“, heißt es in dem Aufruf. Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit sei die Region zum „Schauplatz für eine blindwütig zerstörerische, menschenverachtende und fremdenfeindliche Tat“ geworden.

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