Anklage gegen einstige Auschwitz-Aufseher möglich

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Oberstaatsanwalt Jens Rommel. Foto: Marijan Murat/Archiv

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle ermittelt gegen einen Mann, der als Aufseher im NS-Vernichtungslager Auschwitz gearbeitet haben soll. Das sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Mittwoch. Zur Identität des Mannes und dem derzeitigen Ermittlungsstand wollte er keine Angaben machen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte das Verfahren im Dezember an die Generalstaatsanwaltschaft Celle übergeben. Sollte sich der Anfangsverdacht bestätigen, droht dem Mann eine Anklage wegen Beihilfe zum Mord.

Zwei weitere, ähnliche Verfahren sind nach Angaben des Leiters der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg, Jens Rommel, an Staatsanwaltschaften in Gera und Stuttgart überwiesen worden. Darüber hatte zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichet. In allen Fällen soll es sich um Männer der Jahrgänge 1922 und 1923 handeln, die folglich über 90 Jahre alt sind.

Nach den Ermittlungen der Zentralen Stelle waren die SS-Männer als einfache Wachleute in Auschwitz tätig. Damit sind diese Fälle vergleichbar mit dem von Oskar Gröning. Der Bundesgerichtshof hatte mit seinem Urteil im vergangenen Jahr gegen Gröning erstmals einen Helfer mitverantwortlich gemacht für Hunderttausende Morde in dem Vernichtungslager. Gröning wurde im Alter von 95 Jahren rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt - wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen.

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