Angeklagter Polizist schweigt weiter zu Vorwürfen

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Im Korruptionsprozess gegen einen Polizeibeamten in Freiburg sind Gespräche der Beteiligten über ein baldiges Ende des Verfahrens gescheitert. Der Angeklagte lehne eine Einigung zur Verkürzung des seit Anfang Mai laufenden Prozesses ab, wie sein Verteidiger am Freitag vor dem Landgericht Freiburg erklärte. Ihm war den Angaben zufolge eine Haftstrafe von drei bis vier Jahren in Aussicht gestellt worden, wenn er gestehe. Hierfür hätte die Staatsanwaltschaft einige der rund 80 Anklagepunkte fallen gelassen. Nun werde der Prozess fortgesetzt, sagte ein Gerichtssprecher. Im kommenden Jahr seien mindestens zehn weitere Verhandlungstage für die seit knapp sieben Monaten laufende Beweisaufnahme geplant.

Der 57 Jahre alte Polizist hat sich vor Gericht bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihm werden Bestechlichkeit und der Verrat von Dienstgeheimnissen zur Last gelegt. Zudem werden ihm gemeinschaftlicher Betrug, Strafvereitelung im Amt und Hehlerei vorgeworfen. Die Liste der Vorwürfe umfasst rund 80 Punkte.

Der 57-Jährige soll laut Anklage mit Kriminellen kooperiert haben, um an Geld zu kommen oder von Drogengeschäften zu profitieren. Zudem soll er mehrfach Verdächtigen angeboten haben, gegen Bezahlung Ermittlungen einzustellen oder zu manipulieren. Zusammen mit seinem Sohn soll er sich außerdem als Hehler von Diebesgut betätigt haben.

Der Fall beschäftigt die Behörden schon länger: Ein erster Prozess gegen den Mann war im März 2016 geplatzt, weil der suspendierte Kriminalbeamte kurz vor dem ersten Verhandlungstag untertauchte. Marokkanische Polizisten nahmen ihn im Juni vergangenen Jahres in einem Restaurant in Tanger fest. Fahnder des Landeskriminalamtes hatten ihn dort aufgespürt. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

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