Amok-Drohung an zwei Schulen und einer Klinik - Polizei prüft Zusammenhang

Die Gymnasien in Offenburg und Schramberg haben am Dienstag E-Mails mit Amokdrohungen erhalten. In Winnenden wurde ein Klinikum bedroht. Die Polizei prüft nach den Entwarnungen einen Zusammenhang.

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Unter dem Schutz der Polizei steigen Schramberger Schüler in den Bus.  Foto: 

In Gymnasien in Schramberg (Kreis Rottweil) und Offenburg (Ortenaukreis) fanden die Schulleiter am Dienstagmorgen E-Mails in ihren Postfächern, in denen Amok­läufe angedroht wurden. Im Psychiatrischen Krankenhaus in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) ging ein elektronisches Schreiben ein, in dem gedroht wurde, „dass ein gefährlicher Gegenstand  abgelegt worden sei“. In allen drei Fällen rückten Polizei und Rettungskräfte aus. Gefunden wurde nichts, niemand kam zu Schaden.

Ermittlung Nach den beiden Amokdrohungen gegen Schulen und einer Drohung gegen ein Krankenhaus prüft die Polizei jetzt einen Zusammenhang der Fälle.

Einsätze Im Gymnasium in Schramberg lief das volle Programm ab: Die Klassen schlossen sich nach einer Durchsage des Schulleiters in ihren Zimmern ein, bis die Polizei Entwarnung gab. Das SEK durchsuchte die Schule und forderte dann Schüler und Lehrer auf, das Gebäude zu verlassen. Die 700 Schüler wurden mit Bussen in eine Halle in einem Schramberger Ortsteil gebracht und dort vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) versorgt, bis sie am Nachmittag von ihren Eltern abgeholt wurden. „Alles lief sehr professionell und diszipliniert ab“, sagte am Abend Matthias Dobler, der stellvertretende Schulleiter.

In Offenburg wurde „nach Überprüfung des Inhalts“ und „Ermittlungen der Kriminalpolizei“ um 10.44 Uhr Entwarnung gegeben und der Unterricht fortgesetzt. Ob eine Schule nach einem Droh-Schreiben geräumt wird, sei eine „Einzelfall-Entscheidung“, sagt Patrick Bergmann, Sprecher der Offenburger Polizei. Aufgrund des Inhalts des Schreiben sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine Räumung nicht anstehe. „Wir haben den Weg gewählt, der der Sache gerecht geworden ist.“

Was in den Mails an die Gymnasien steht, behält die Polizei für sich. Aus ermittlungstaktischen Gründen macht sie dazu keine Angaben. Auch nicht zu der dritten Mail, die im Psychiatrischen Krankenhaus in Winnenden ankam. Die löste jedoch aus, dass gegen 7.30 Uhr mehrere Streifenbesatzungen ausrückten, Gebäude und Areal vier Stunden lang nach dem „gefährlichen Gegenstand“ durchsuchten. Sie fanden nichts Verdächtiges. Winnenden ist in Sachen Amoklauf stark belastet. Am 11. März 2009 drang ein Amokläufer in die Realschule ein, die direkt neben der Klinik liegt. Er erschoss neun Schülerinnen und Schüler, drei Lehrerinnen und auf seiner Flucht weitere drei Menschen. Ob die drei Mails von einem Absender geschickt wurden, muss ermittelt werden. Wird er gefunden, drohen ihm eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft. Außerdem muss er die Kosten für die Einsätze tragen.


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