Am Zölibat lässt Fürst nicht rütteln

Mit vier Regionaltreffen will Bischof Gebhard Fürst den Erneuerungsprozess in der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart vorantreiben.

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Päpstliche Positionen bleiben bindend: Bischof Gebhard Fürst.

Diese drei Themen brennen den Katholiken unter den Nägeln: Die Rolle der Frau in der Kirche, die Problematik der wiederverheirateten Geschiedenen und der Pflichtzölibat für Priester. Zu diesen Streitfragen gingen während des Dialog- und Erneuerungsprozesses, der in der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit März 2011 läuft, die meisten Beiträge ein. Ganz offensichtlich besteht hier für die Katholiken der größte Reformbedarf.

Doch nur, was die Situation der wiederverheirateten Geschiedenen angeht, kann Bischof Gebhard Fürst seinem Kirchenvolk gewisse Hoffnungen machen. In einer Zwischenbilanz zum Dialogprozess verwies er gestern in Stuttgart auf die Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz, die dieses Thema behandelt. Dass Fürst an einer Lösung, etwa der Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zum Abendmahl, interessiert ist, machte er deutlich. Die Situation dieser Menschen berühre ihn tief - "diese Paare gehören in die Mitte der Kirche", sagte er. Die Bischofskonferenz diskutiert auch über eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechts. Er hoffe sehr, dass die Bemühungen erfolgreich sein werden, dass geschiedenen Wiederverheirateten im Kirchendienst nicht mehr die Kündigung droht, sagte Fürst.

Eine Illusion wäre es aber, mit der baldigen Zulassung der Frauen für das Priester- oder das Diakonenamt zu rechnen. Vom kirchlichen Lehramt, also vom Papst geklärte Positionen, so Fürst, könnten nicht zur Disposition gestellt werden. Dies gilt auch für die von Reformwilligen seit langem geforderte Abschaffung des Zölibats, der Pflicht zur Ehelosigkeit für Priester. "Eine solche Entscheidung steht mit Blick auf die weltkirchliche Lage nicht an", betonte Fürst.

Beherzt angehen werde man nur, was auf der Ebene der Ortskirche zu regeln ist. Etwa ehrenamtlichen Kirchenmitgliedern mehr Führungsverantwortung einzuräumen, wofür sich der Diözesanrat stark macht. Die ganzen Themen lässt Fürst in Regionalforen in Biberach (23. Februar 2013), Stuttgart (2. März), Heilbronn (23. März) und Spaichingen (11. Mai) diskutieren.

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