AfD-Politiker bezeichnet Martin Schulz als „Antisemiten“

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Der Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner (AfD). Foto: Marijan Murat/Archiv

Der AfD-Abgeordnete Heinrich Fiechtner hat den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz am Mittwoch als Antisemiten bezeichnet. Er sagte: „Sie (die AfD) braucht sich wirklich nicht anfeinden zu lassen von einer Partei, die Antisemiten wie Martin Schulz und Ralf Stegner in ihren Reihen hat.“ In der Debatte ging es um einen zurückgezogenen Antrag der AfD-Fraktion.

In dem Antrag sah die AfD eigentlich vor, die Haushaltsmittel für das französische Mémorial National de Gurs für die Opfer des NS-Regimes zu streichen. Nach Angaben von AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen zieht die Fraktion ihn aber zurück. Man sei irrtümlich davon ausgegangen, dass es sich um einen neuen Haushaltsposten handele und nicht um eine Umwidmung bereits in den Vorjahren bewilligter Mittel, sagte er.

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch sagte zum Antisemitismus-Vorwurf: „Wir erwarten, dass Herr Fiechtner die Äußerungen umgehend zurücknimmt. Wir halten sein Verhalten für absolut intolerabel.“ Der SPD-Fraktionschef im Stuttgarter Rathaus, Martin Körner, forderte Fiechtner per Mitteilung auf, sein Stadtratsmandat niederzulegen. „Dieser respektlose, beleidigende und den Begriff des Antisemitismus auf völlig inakzeptable Weise verwendende Stil ist eines Stadtrats der Landeshauptstadt Stuttgart unwürdig.“

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Kommentare

11.02.2017 11:08 Uhr

Die Welt ist umgedreht worden.

Die Israelis verbünden sich eher mit Rechtsextremen oder Nazis, als mit denen, die in ihrer Tradition nach diejenigen sind, die seinerzeit die Faschisten bekämpft haben und dafür hingerichtet wurden. Das gilt für die Nazis in den USA genauso, wie den Rechten in Deutschland, von deren Gedankengut sich viel in der CSU befindet. Dort gibt es jede Menge alte SS Gemeinschaften, die auch heute noch traditionell gepflegt werden. Das weis auch der israelische Geheimdienst. Deshalb bin ich als deutscher Nachkriegsgeborener eher abgestoßen von dieser Heuchelei des Holocaustgedenken. Ich fühle mich nicht zuständig und die betroffenen verbinden sich politisch eher mit ihren damaligen Widersachern. So etwas darf man heute, obwohl es wahr ist, nicht unbedingt aussprechen. Das sind Freiheiten, die wir schon wieder zu verlieren beginnen.

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08.02.2017 17:22 Uhr

Da lachen ja die Hühner...

Ausgerechnet die Faschisten der AfD lassen sowas vom Stapel...

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