Ärzte für feste Finanzierung der Trauma-Zentren

Flüchtlinge durchleben auch im Schlaf Szenen tödlicher Bedrohung. Sie brauchen Hilfe, doch die Finanzierung der Psychosozialen Zentren wackelt.

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Die Ärzte und Psychotherapeuten in Baden-Württemberg pochen angesichts rasant steigender Flüchtlingszahlen auf bessere Finanzierung der Versorgung traumatisierter Migranten. Der Landeszuschuss von dieses Jahr 500 000 Euro für die fünf Psychosozialen Zentren im Land müsse mindestens um 30 Prozent erhöht werden, forderten Landesärzte- und Landespsychotherapeutenkammer anlässlich des "Tages des Flüchtlings" am Freitag in Stuttgart. Bis zu 50 Prozent der Flüchtlinge leiden laut Bundespsychotherapeutenkammer unter posttraumatischen Störungen oder Depressionen.

Die Zentren in Stuttgart, Ulm, Villingen-Schwenningen und Karlsruhe kümmerten sich 2014 um rund 1700 Menschen, die mit Angst, Depression oder wiederkehrenden Bildern eigener tödlicher Bedrohung oder von Angehörigen kämpfen. Die auch über Projektmittel, Spenden und EU-Geld finanzierten Einrichtungen bieten überdies Betreuung durch Sozialarbeiter und Unterstützung bei Rechtsfragen an.

Auf Basis des nun veröffentlichten Zweiten Versorgungsberichts wollen die Organisationen bei Gesundheitsministerin Katrin Altpeter und Integrationsministerin Bilkay Öney (beide SPD) ein offenes Ohr für ihr Anliegen finden. Zuvor hatten auch die Zentren selbst wegen ihrer dünnen Finanzierung Alarm geschlagen. SPD-Integrationsexpertin Rosa Grünstein verwies darauf, dass Grün-Rot einen Landeszuschuss eingeführt und diesen 2015 auf eine halbe Million Euro jährlich erhöht habe.

Sprachbarrieren sind ein weiteres Problem psychotherapeutischer Versorgung. Deshalb sei ein Pool von Dolmetschern wie bei Gerichten für die ambulante und stationäre Versorgung von Flüchtlingen unverzichtbar, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Ulrich Clever. Diese müssten auch geschult werden, die aufwühlenden Berichte der Patienten auszuhalten, so "dass sie nachts schlafen können".

Die Behandlung traumatisierter Asylbewerber stoße zudem an gesetzliche Grenzen. Diese könnten nur in den ersten 15 Monaten eine Behandlung bei den Zentren erhalten. 4000 Menschen oder vier Prozent aller Flüchtlinge bundesweit, die eine Psychotherapie benötigten, seien im vergangenen Jahr behandelt worden, erklärte die Bundespsychotherapeutenkammer.

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