Abschied aus dem Landtag

So mancher Volksvertreter sitzt seit einem knappen Vierteljahrhundert im Landtag. Für den einen oder anderen ist Schluss - sei es altersbedingt, sei es, weil er nicht mehr nominiert wurde. Nur bei der FDP treten alle an.

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Gerhard Stratthaus, als er Finanzminister war, neigte nicht zu Sentimentalität. Aber das ist lange her, heute ist der Schwetzinger CDU-Abgeordnete fast 74 und ein wenig melancholisch: "Ein Abschied ist immer ein bisschen Sterben", sinniert er im Landtagsfoyer. Es ist, nach 24 Abgeordnetenjahren, sein allerletzter Tag im Parlament, seine letzte große Rede aber ist ausweislich der Statistik schon fast zwei Jahre her.

16 Abgeordnete der CDU treten nicht mehr an. Helmut Rau etwa: Parlamentarischer Berater, Staatssekretär, Kultus- und schließlich Staatsminister - im Landtag ist der Südbadener seit 24 Jahren dabei. Aus der Bildungspolitik hat er sich nach seinem Abschied aus dem wohl schwierigsten Ressort herausgehalten. Seinem Nachfolger, dem amtierenden Sozialdemokraten Andreas Stoch, hat er aber einen Rat hinterlassen: Das selbstbewusste Ministerium sei keine Puppe, bei der man am Fädchen zieht und sich dann ein Ärmchen bewegt.

Es gehen weitere Ex-Minister: Heribert Rech, einst Ressortchef des Innern. Mit Rau verbindet ihn das Massaker an der Winnender Albertville-Realschule 2009, aber auch die Liebe zur Musik, selbst wenn der Neu-Saxophonist Rau noch mächtig aufschließen muss, spielt Rech doch Violine und Klavier bereits ein Leben lang. Oder die Ärztin Monika Stolz, ehemals Gesundheitsministerin. Oder Ulrich Müller, Ex-Umwelt- und Verkehrsminister. Auch er ist schon seit 1992 Abgeordneter. Bis auf einen Patzer im ENBW-Untersuchungsausschuss gilt er als so verlässlich wie ruhig. Außerdem gehen Peter Schneider, der Sparkassenpräsident und Ex-Agrarminister Rudolf Köberle, der seit 26 Jahren im Landtag sitzt und Präsident des Blasmusikverbandes ist.

Nicht freiwillig verlässt den Landtag Matthias Pröfrock, der über seine Dissertation stolperte, sich durch seine Arbeit im NSU-Untersuchungsausschuss aber mehr als rehabilitiert hat. Wie die Union Pröfrock, so verweigerten auch die Grünen dem Bildungsexperten Siegfried Lehmann die dritte Kandidatur. Freiwillig geht Gisela Splett, bislang Staatssekretärin im Verkehrsministerium und eine der wenigen linkeren Grünen in der Regierung. Die Expertin für Lärmschutz hatte ihren Verzicht bereits Anfang vergangenen Jahres angekündigt.

Bei der SPD schließlich gehen sechs Parlamentarier, darunter der Verkehrspolitiker Hans-Martin Haller, seit 14 Jahren im Landtag, oder Christoph Bayer (seit 2001 dabei) aus dem Wahlkreis Breisgau. Und Rosa Grünstein. Die einzige Ausnahme macht die FDP: Alle sieben Abgeordneten treten wieder an.

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