„Blick auf traurige Zeiten“: Interesse an Angus-Ausstellung

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Besucher vor einem Gemälde des Malers Patrick Angus. Foto: Sebastian Gollnow/Archiv  Foto: 

Die Ausstellung des an Aids gestorbenen schwulen US-Malers Patrick Angus (1953-1992) im Kunstmuseum Stuttgart ist den Veranstaltern zufolge gleich zu Beginn auf großes Interesse gestoßen. „Wir hatten bereits ein bunt gemischtes Publikum, darunter durchaus viele ältere Menschen“, sagte Direktorin Ulrike Groos am Samstag. „Viele haben noch im Foyer gestanden und diskutiert, andere verließen die Ausstellung nachdenklich“, erzählte die 54-Jährige. Für die bisher nie gezeigte Werkschau (bis 8. April) hat das Kunstmuseum rund 200 Gemälde und Zeichnungen zusammengetragen.

„Die Ausstellung „Patrick Angus. Private Show“ lenkt den Blick auf traurige Zeiten, in denen Männer mit ihrer Homosexualität heimlich umgehen mussten“, sagte Groos. Angus galt als malender Chronist des schwulen Nachtlebens in New York und sah sich auch Pornografie-Vorwürfen ausgesetzt. Die Schau drehe sich um einen klassischen Maler, der zwar alle Genres bedient habe, aber in der Kunstlandschaft weitgehend unentdeckt geblieben sei, erklärte Groos.

Auf drei Etagen sind im Kubus am Schlossplatz gemalte Dokumente des schwulen Lebens in den USA aus den 1970er und den 1980er Jahren zu sehen. Nicht chronologisch, sondern nach Schwerpunkten geordnet, präsentieren die Macher in den Räumen filigrane Porträts, Stillleben, Landschaftsmalerei und im Obergeschoss mit schummrigem Museumslicht die Sicht des Malers auf das erotische Nachtleben. Wie ein Schatten liegt über den sehnsuchtsvollen, aber auch mit Witz gemalten Bildern der frühe Tod von Angus, der mit 38 Jahren an Aids starb.

Kunstmuseum Stuttgart

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