„Aufbruch Stuttgart“ sucht Visionen für Innenstadt

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Blick auf die sogenannte "Kulturmeile" von Stuttgart. Foto: Lino Mirgeler/Archiv

Visionen und Pläne für die Neugestaltung der Stuttgarter City hat sich der Verein „Aufbruch Stuttgart“ auf die Fahne geschrieben. Zwölf Kulturschaffende unterzeichneten die Gründungsurkunde des Vereins, der sich unabhängig und überparteilich in die Stadtplanung einmischen will. „Stuttgart braucht einen kompositorischen Eingriff. Mit Mut“, sagte etwa Stararchitekt Werner Sobek am Donnerstag. Der Verein wolle eine Diskussion über die Zukunft der Stadt zünden.

Ein Dorn im Auge ist dem Verein die autobahnähnliche Bundesstraße 14, die etwa die Staatsgalerie und das künftige Stadtmuseum vom Opernhaus, anderen Museen und dem zentralen Schlossplatz abschneidet. „Seit ich in Stuttgart bin, frage ich mich: Warum lässt man sich heute noch, von der Ästhetik der 60er-Jahre bestimmen?“, sagte Opernintendant Jossi Wieler. Pläne für eine Untertunnelung werden in Stuttgart schon lange diskutiert. Dann könnte eine zusammenhängende Kulturmeile geschaffen werden.

Die Landeshauptstadt müsse raus aus dem „Schatten Stuttgart 21“, sagte TV-Moderator Wieland Backes, der zum Vorsitzenden gewählt wurde. Der Verein wolle sich aber nicht nur der Beseitigung von „Bausünden“ widmen, sondern auch Ideen etwa für eine neue Musikspielstätte einbringen.

Aufbruch Stuttgart (provisorische Homepage)

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Kommentare

11.03.2017 16:27 Uhr

Schluss mit städtebaulichen Todsünden

Seit Jahrzehnten könnte Stuttgart mit einer Kultur- und Flaniermeile glänzen. Doch die Stadtautobahn Konrad-Adenauer-Straße mitten durch das Herzstück der baden-württembergischen Landeshauptstadt blockiert eine solche Weiterentwicklung. Eine Initiative engagierter Stuttgarter Bürger, zu der auch Wieland Backes gehört, will das jetzt ändern und setzt sich für eine Neugestaltung des Viertels ein. (...)

http://www.swr.de/kunscht/schluss-mit-staedtebaulichen-todsuenden-neue-chancen-fuer-stuttgart/-/id=12539036/did=18743044/nid=12539036/4xlqql/index.html

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10.03.2017 22:16 Uhr

Ruf nach der „autogerechten Stadt“

(...) Die bis heute offene Wunde der geteilten Stadt, deren Heilung sich die neue Initiative „Aufbruch Stuttgart“ vornimmt, ist Stuttgart nicht im Krieg, sondern nach dem Krieg zugefügt worden. Der 2. Juli 1962 ist in die Stadtgeschichte eingegangen. An diesem Tag erfolgte am Charlottenplatz der erste Spatenstich fürs Stuttgarter Tunnelnetz. Zuvor war das im Krieg in Mitleidenschaft gezogene Hauptstaatsarchiv für die Verbreiterung der Neckarstraße abgerissen worden.

Die Motorisierungswelle hatte den Kessel überflutet. 1960 sind bereits 107 000 Kraftfahrzeuge in Stuttgart registriert worden, die sich zur Hauptverkehrszeit nur noch im Schritt­tempo bewegten. Im täglichen Stau wurde ­wütend gehupt – und gleichzeitig der Ruf nach der „autogerechten Stadt“ immer lauter. Der Gemeinderat fuhr im Tempo der neuen Zeit mit und kannte keine Bremse mehr. Selbst historische Bauten wurden abgerissen, damit Autos auf neu betonierten Trassen schneller durchkommen konnten. (...)

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-album-zur-kulturmeile-die-alte-wunde-ist-bis-heute-offen.85145bc5-91ec-444b-b9c5-352f1fde17a4.html

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10.03.2017 21:49 Uhr

Die alte Wunde ist bis heute offen

Was als Stuttgarter Kulturmeile gilt, ist seit mehr als 50 Jahren eine Meile der Autos. Erinnert sei an die Zeiten, als man die heutige Stadtautobahn zu Fuß überqueren konnte. Die alte Debatte, ob die B14 im Tunnel verschwinden sollte, ist neu entflammt. Rückt eine Lösung nun endlich näher? (...)

Fatalerweise werden in der Landeshauptstadt nicht lärmende und das Stadtbild zerschneidende Stadtautobahnen untertunnelt, sondern man schickt lieber die Eisenbahn in den Untergrund und vergräbt einen ganzen Bahnhof.

Der kleine Unterschied: In den 1970ern waren die Stadtoberen Stuttgarts ausnahmsweise mal schlau und schafften mit der unterirdischen Stadt- und S-Bahn Kapazitäten. Mit Schrott 21, so es je fertig werden sollte, wird die Leistungsfähigkeit von Bahnhof und Schienennetz mutwillig zerstört! Und das für zehn Milliarden Euro - wenn's überhaupt langt ... So blöd muss man erstmal sein!

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