Zusätzliche Streifen gegen Radaubrüder?

Freiburg.  In Freiburg herrscht vor dem nächste Sommer Krisenstimmung. Ein CDU-Stadtrat fordert, gegen nächtliche Ruhestörer entschlossen vorzugehen.

Bürger, Polizei und Kommunalpolitiker in Freiburg treibt eine Frage um: Droht die Stadt in lauen Nächten zu verwahrlosen? Klagen gibt es über betrunkene "Randalierer, Ruhestörer und Verschmutzer", die Innenstadtbewohnern schlaflose Nächte bereiten und Partydreck hinterlassen. Diesen Sumpf möchte der CDU-Stadtrat Daniel Sander mithilfe eines kommunalen Ordnungsdienstes "trocken legen".

Zuletzt wurden Blumenkübel umgeworfen, Mülltonnen und gelbe Säcke angezündet, parkende Autos überklettert und Polizisten attackiert. Besonders intensiv wird auf dem Augustinerplatz und im "Bermudadreieck" gefeiert, dem Kneipenviertel - mit wachsendem Alkoholkonsum, Lärmpegel und Müllaufkommen. Jedes Jahr muss die Polizei 800 Leute nach durchzechter Nacht in die Ausnüchterungszelle sperren. Harry Hochuli, Leiter des Polizeireviers-Nord, räumte unlängst öffentlich ein, dass die Polizei personell an ihre Grenzen stoße.

Diese Umstände bringen viele der 7000 Bewohner der Innenstadt auf die Palme. In der Kritik steht vor allem das Rathaus, das ihrer Meinung nach zu wenig unternimmt gegen die lärmende Dauerparty vor der Haustür. "Ich sehe bei der Stadtpolitik keinen Willen, etwas zu ändern", klagte Anca Rosler-Koslar aus Oberlinden. Den genervten Bürgern kam CDU-Stadtrat Daniel Sander zu Hilfe. "Die Situation am Augustinerplatz, aber auch an anderen Plätzen in der Innenstadt und im gesamten Stadtgebiet zeigt uns, dass die Stadt endlich entschieden den Verwahrlosungstendenzen entgegentreten muss." Er sprach sich für den Einsatz eines kommunalen Ordnungsdienstes aus, Streifen, die an den Brennpunkten gezielt gegen Randalierer und Ruhestörer vorgehen könnten.

Polizeibürgermeister Otto Neideck widersprach. Die Stadt wolle nicht Aufgaben übernehmen, für die das Land zuständig sei. "Weder die Polizei noch die Verwaltung sieht einen Bedarf für einen solchen Ordnungsdienst", hieß es aus dem Rathaus. Man setze auf Prävention und wolle das Maß halten zwischen den Interessen der Anwohner, Recht und Ordnung und der Toleranz. Mit neuen Uniformen löse man die Probleme nicht, sagte Walter Preker, Sprecher des Grünen-OB Dieter Salomon.


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Autor: KARL-HEINZ ZURBONSEN | 14.05.2011

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