Staub aus Druckern belastet die Büroluft

Freiburg.  Laserdrucker und Kopierer stehen schon länger im Verdacht, schädliche Stoffe auszustoßen. Die Ergebnisse einer Studie des Freiburger Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene erhärten die Vermutung.

Es gibt Menschen, die kommen ins Büro und fangen an zu husten. Die Augen röten sich und brennen, die Nase macht zu, und im Kopf fängt es an zu hämmern. Wenn sie den Raum verlassen und in der frischen Luft unterwegs sind, legen sich die Symptome wieder. In der Regel ist das keine allgemeine Büro-Allergie. Was aber dahinter steckt, danach suchen manche lange Zeit. Eine Erklärung kann sein, dass Laserdrucker oder Kopierer in der Nähe stehen.

Eine Studie im Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene (IUK) in Freiburg hat ergeben, dass viele Drucker und Kopierer bei ihrem Betrieb große Mengen an Feinstaub ausstoßen. Das belastet die Luft im Büro. "Gesundheitliche Beeinträchtigungen können nicht ausgeschlossen werden", sagte Volker Mersch-Sundermann, ärztlicher Direktor des Instituts, vorsichtig. Er hat die Ergebnisse der Studie vorgestellt, in der die Emissionen von sechs Laserdruckern in einer geschlossenen Kammer nacheinander auf menschliche Zellkulturen der Lunge geleitet wurden. Dabei wurde untersucht, ob und wie die Zellen darauf reagieren.

"Das Ergebnis hat uns doch überrascht", sagte Mersch-Sundermann. Die Zellen zeigten genetische Schäden "in signifikantem Maße". Was daraus folgt, ist sehr unterschiedlich: Entweder die Zelle repariert den Schaden selbst, oder der Schaden ist so groß, dass die Zelle abstirbt, oder die Zelle bildet einen Tumor. "Die Feinstäube, die aus Druckern kommen, können einen Tumorprozess auslösen", sagte der Experte, verwies aber gleich auch darauf, dass das die ersten Ergebnisse der Untersuchung seien.

Allerdings bestätigen sie die Ergebnisse aus Studien, die mit Mitarbeitern aus Kopier-Läden gemacht wurden. "Die haben durch die Partikelbelastung eindeutig genetische Schäden davongetragen", sagte Mersch-Sundermann.

Was im Einzelnen eine Zellmutation auslösen kann, steht noch nicht fest: "Die Variablen sind vielfältig." So spiele zum Beispiel die Art des Papiers eine entscheidende Rolle. Umweltpapier verströme mehr Staub als normales weißes Papier. Es kommt auf die Art des Toners an, wie gedruckt wird und - ganz wichtig - wie gut die Geräte gewartet sind. In einer anderen Studie hat sich nach Aussage von Mersch-Sundermann gezeigt, dass Geräte, die gut gewartet sind, weniger Staub ausstoßen. Ein Unterschied zwischen neuen und gebrauchten Geräten wurde nicht festgestellt. Wie sich Tintenstrahldrucker im Büro auswirken, ist noch nicht untersucht. Unklar ist auch, was an den ausgestoßenen Partikeln die Zellschäden anrichtet. "Was aus den Geräten kommt, ist ein Gemisch auf größeren und ultrakleinen Partikeln", erklärte der Experte.

Der nächste Schritt, der auf diese Studie folgen sollte, ist eine klinische Studie mit Probanden. Darin könnte kontrolliert werden, ob die Drucker-Emissionen auf den Menschen eine ähnlich Wirkung haben wie auf die Zellkulturen. "Doch dafür fehlt das Geld." Derzeit werde untersucht, ob die Partikel Entzündungsprozesse auslösen können.

Im IUK wurden Drucker und Kopierer aus den Büros verbannt und in geschlossene und gut belüftete Räume gestellt.


Kommentare (2)

18.03.2010 09:45 Uhr |   flori

schadstoffe

am 6.3.2010 in der NWZ
Schadstoffe im Rathaus-Neubau?
Nicht nur die Drucker
Auch der Bodenbelag?
Die Möbel?
18.03.2010 09:46 Uhr |   flori

nachtrag

Schadstoffe im Rathaus-Neubau in Ebersbach/Fils

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: PETRA WALHEIM | 18.03.2010

Google 1+

ZUR PERSON: Tollkühner Kremlflieger

Vor 25 Jahren durchbrach der deutsche Pilot Mathias Rust die Luftabwehr der UDSSR. Um die Landung vor dem Kreml ranken sich bis heute Legenden.... mehr

Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil

Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr