Pirat tritt nach antisemitischer Äußerung zurück
Heidenheim.
Ein antisemitischer Twitter-Eintrag hat den Kreisverbandschef der Heidenheimer Piraten-Partei nach nur zwei Tagen sein Amt gekostet. Der 22-jährige Kevin Barth hatte bereits Ende Januar folgenden Satz bei dem Kurznachrichtendienst Twitter eingestellt: "Ok. Ich bin also Antisemit, weil ich die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympathisch finde, weil er einen sinnlosen Krieg führt."
Diese 143 Zeichen des Industriemechanikers bleiben zunächst nahezu unbemerkt. Das änderte sich jedoch vergangenen Sonntag. Da traf sich die Heidenheimer Piratenpartei in der Alpenvereinshütte bei Steinenkirch, um mit 38 Mitgliedern den neuen Heidenheimer Kreisverband aus der Taufe zu heben. Zum ersten Kreisvorsitzenden wurde Kevin Barth gewählt.
Wenig später begann sein Twittereintrag durchzusickern. Im Netz löste er eine Welle der Empörung aus. Die besorgte Spitze der baden-württembergischen Piratenpartei nahm am Dienstagmorgen um 0.56 Uhr Stellung: "Wir stellen hiermit klar, dass Antisemitismus, Rassismus und sonstiges radikales Gedankengut weder in der Piratenpartei noch generell in einer Demokratie einen Platz haben. Auch werden entsprechende menschenverachtende Äußerungen nicht geduldet."
Nach - wie es aus gut informierten Kreisen heißt - "intensiven Gesprächen" mit dem erschrockenen Landes- und Bezirksvorstand seiner Partei musste der Polit-Amateur seinen Rücktritt vom gerade erworbenen Amt des Kreisvorsitzenden erklären: gerade mal zwei Tage nachdem er den Posten erworben hatte.
Barth versuchte am Tag darauf, zurückzurudern. Er löschte den Beitrag und entschuldigte sich im Minutentakt bei Twitter: "Ich möchte mich für meine Wortwahl entschuldigen.", "Ich habe totalen Mist geschrieben.", und dergleichen mehr.
Für die Heidenheimer Piraten dürfte das kein Auftakt nach Maß sein: Mitte Mai trifft sich die Bundespartei im Heidenheimer Congress Centrum zum Parteitag.
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Autor: BM | 10.02.2012
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