Null Bock auf Spenden für die Juniorwahl

Jugendliche mit Bock auf Politik: 371 Schulen machen bei der Juniorwahl mit. Auf Spenden von Südwest-Firmen hoffen die Organisatoren aber vergebens.

ALFRED WIEDEMANN |

Schon diese Woche ist Wahltag für Jugendliche: An insgesamt 371 Schulen im Südwesten - vom Gymnasium in Konstanz bis zur Grund- und Werkrealschule in Boxberg. 2271 Schulen sind republikweit dabei, mehr als eine halbe Million Schüler werden wählen. Die Juniorwahl wird im Unterricht vorbereitet, gewählt wird mit Stimmzetteln oder online - fast alles soll so laufen wie bei den Erwachsenen, auch wenn die Stimmabgabe symbolisch ist, die Stimmen nicht zählen. Das Ziel: Bei den jungen Leuten Interesse wecken für die Politik. Der Verein "Kumulus" aus Berlin organisiert die Juniorwahl schon seit 1999, in Baden-Württemberg waren zum Auftakt 2001 - damals zur Landtagswahl - 16 Schulen dabei.

Die Wahl macht nicht nur Lehrern Arbeit. Vorbereitung, Betreuung, Unterlagen kosten. Mit 250 Euro kalkuliert "Kumulus" pro Schule, für die die Teilnahme kostenfrei ist. Geworben wird um Spender, die "in die Demokratie investieren". Haarklein schlüsselt "Kumulus" alle Ausgaben auf - von 49 Euro fürs Unterrichtsmaterial bis zu 19,04 Euro für Schulbetreuung.

Das Geld vom Bundesfamilienministerium reichte für 124 Schulen in Württemberg, das Kultusministerium finanzierte kurzfristig weitere zehn Schulen. Der Rest bleibt jetzt an "Kumulus" hängen. "Wir haben viele Firmen angeschrieben und nachgehakt", sagt Gerald Wolff von "Kumulus". "Spenden in Baden-Württemberg: null."

In anderen Bundesländer hat die Wirtschaft mehr Bock auf Politik: In Niedersachsen fanden sich neben öffentlichen Institutionen auch Spender aus der Wirtschaft für alle 447 Mitmach-Schulen, in Neumünster in Schleswig-Holstein gab es sogar eine Kirchen-Kollekte für die Aktion. Auch im Südwesten will der Verein dranbleiben, vielleicht finden sich noch Unterstützer, auch für die Kommunal- und Europawahlen 2014. "Wir sind nicht der Meinung, dass stets die öffentliche Hand für die Finanzierung verantwortlich ist", sagt Wolff. Gerade wenn es darum gehe, die Jugend für Politik und Demokratie zu gewinnen, "muss man das als gesamtgesellschaftliche Aufgabe sehen."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Umfrage: Internet auf der ...

Stiller Ort zum Surfen: Die Toilette. Foto: Monika Skolimowska

In der einen Hand das Klopapier, in der anderen das Smartphone - für fast jeden Zweiten in Deutschland ist das einer Umfrage zufolge kein Problem. 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf der Toilette selten oder regelmäßig im Internet surfen. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr