Ministerin denkt auch an Nicht-Migranten
Stuttgart. Viel Geld hat Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) nicht, aber Ideen. So soll eine Umfrage klären, was die "Mehrheitsgesellschaft" ängstigt.
"Integration bedeutet Teilhabe und Chancengerechtigkeit, gleichzeitig sichert sie Wohlstand und sozialen Zusammenhalt", begründet Ministerin Bilkay Öney das Aufgabenfeld, das ihrem neugeschaffenen Ressort den Namen gab. Das mit Abstand meiste Geld ihres Etats, nämlich knapp 65 von 75 Millionen Euro im Jahr, wird für die Unterbringung von Flüchtlingen und deren zentrale Aufnahmestelle in Karlsruhe gebraucht. "Ich muss mit drei Millionen Euro auskommen."
Für 2012 hat sich die Ministerin, die gestern ihr Arbeitsprogramm vorstellte, vieles vorgenommen - zum Beispiel die Förderung der Elternarbeit im Umfeld von Kindergarten und Schule. Eltern von Kindern mit ausländischen Wurzeln sollen noch besser beraten und eingebunden werden. "Wir müssen die Eltern erreichen, wenn wir die Bildungschancen der Kinder verbessern wollen." Als erfolgversprechend hätten sich Kurse wie "Mama lernt Deutsch" erwiesen. Auch beim Projekt Bildungspartnerschaften der Robert-Bosch-Stiftung und der Breuninger-Stiftung sei das Integrationsministerium dabei.
Noch im Frühjahr soll eine Einbürgerungskampagne starten. Ziel der Landesregierung sei es aber auch, den Anteil der Migranten zu steigern, die in der Landesverwaltung eine Ausbildung machen. Vorbereitet wird ein Pilotprojekt für die Polizei. Personalverantwortliche und Führungskräfte sollen mit dem E-Learning-Kurs "Erwerb interkulturelle Kompetenzen" angesprochen werden. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels komme der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen besondere Bedeutung zu, sagte Öney. Bei der Umsetzung des entsprechenden Bundesgesetzes sollen die Spielräume voll genutzt werden, die die Länder im Bereich pflegerischer und pädagogischer Berufe haben.
Auch im Bereich der Integrationsforschung will Bilkay Öney Zeichen setzen. "Erfolge, aber auch Misserfolge sollen messbar werden." Für Mai erwartet die Ministerin erste Ergebnisse aus einer eigens für Baden-Württemberg durchgeführten repräsentativen Umfrage unter den Angehörigen der "Mehrheitsgesellschaft". Deren "Sorgen und Ängste", aber auch deren Ideen zum Thema Integration sollen abgebildet werden.
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Autor: BETTINA WIESELMANN | 31.01.2012
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