Land will Amnestie im Waffenrecht erneuern
Stuttgart. Die Landesregierung strebt eine neue, bundesweite Amnestieregelung für Menschen an, die freiwillig illegale Waffen und Munition abgeben.
Im Umgang mit Waffen haben Mitglieder der Regierung durchaus Erfahrung: Justizminister Ulrich Goll (FDP) besitzt eine Pistole von Heckler & Koch sowie einen Revolver von Smith & Wesson. Beide lagere er vorschriftsgemäß zuhause im Tresor und alle sechs bis acht Wochen schieße er das Trainingsprogramm der Polizei, verriet Goll gestern in der Landespressekonferenz. Innenminister Heribert Rech (CDU) sagte, er sei Mitglied in einem Schützenverein. Zuhause aber lagere er keine Waffe.
Die Bekenntnisse in eigener Sache haben einen ernsten politischen Hintergrund: Das Land startet eine Initiative für eine neue, auf sechs Monate angelegte Amnestieregelung im bundesweiten Waffengesetz, damit Bürger ihre illegalen Waffen straffrei abgeben können. Damit will Stuttgart an eine entsprechende Regelung, die nach dem Amoklauf von Winnenden erlassen worden und Ende 2009 ausgelaufen ist, anknüpfen. Mit dem neuen Waffenrecht, das neben der befristeten Straffreiheit verschärfte Kontrollen von Waffenbesitzern beinhaltet, sind zwischen dem 25. Juli und dem 31. Dezember 2009 bundesweit über 200 000 Waffen zurückgegeben worden. Allein in Baden-Württemberg waren es rund 7000 illegale und rund 46 000 legale Waffen, die dann vernichtet wurden.
Aus Sicht der Stuttgarter CDU/FDP-Koalition sprechen die Zahlen für eine Neuauflage der Amnestieregelung, die zudem auf die Abgabe von illegal erworbener Munition ausgedehnt werden soll. Damit greift die Regierung eine Empfehlung des Sonderausschusses des Landtags zum Amoklauf auf. Ob eine Mehrheit der Länder die Bundesratsentschließung unterstützen werde, so Rech, könne er noch nicht abschätzen. Denn in Baden-Württemberg gebe es - neben Bayern - nicht nur die größte Zahl an Jägern und Schützen, sondern aufgrund des Amoklaufs eine größere "Betroffenheit" als in anderen Ländern.
Regierungschef Stefan Mappus (CDU) übrigens sah sich nach den Äußerungen von Goll und Rech veranlasst, den Eindruck zu zerstreuen, er stehe einem schwer bewaffneten Kabinett vor: "Der Kollege Willi Stächele und ich haben keine Waffe." Doch da musste ihn der ebenfalls anwesende Finanzminister etwas korrigieren: "Meine Frau hat eine Jagdwaffe."
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: ROLAND MUSCHEL | 28.04.2010
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK