Kontrollen in Pfullendorfer Kaserne nach Skandal verschärft

Nach dem Bekanntwerden von demütigenden Ritualen in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf soll mit abendlichen Kontrollgängen eine Wiederholung verhindert werden.

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Leutnant Thomas Merten, Presse-Offizier in Pfullendorf.  Foto: 

Der Offizier vom Wachdienst, der in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) für die militärische Ordnung zuständig ist, hat eine zusätzliche Aufgabe bekommen: Er muss künftig abends durch die Unterkünfte gehen und für Ordnung sorgen. Das sagte am Montag der Presse-Offizier der Kaserne, Leutnant Thomas Merten. Die Medien waren am Montag in die Kaserne zu einem Pressegespräch eingeladen.  Der Kommandeur des Ausbildungszentrums „Spezielle Operationen“, Oberst Thomas Schmidt, war nicht anwesend. Er muss seinen Posten zum 1. März räumen. Er wurde nach Leipzig versetzt. Der Grund sind demütigende und entwürdigende Aufnahmerituale in dem Ausbildungszentrum für Elite-Soldaten.

Die sind Ende Januar bekannt geworden. Weitere Details brachte der Bericht des Ministeriums an den Verteidigungsausschuss ans  Licht. So soll eine Soldatin gezwungen worden sein, nackt an einer Tanzstange zu tanzen. Zudem wurde sie unsittlich berührt. Die Tanzstange sei entfernt worden, sagte Merten. Das gleiche geschah mit fünf Mannschaftssoldaten im Alter von 18 bis 22 Jahren, die sich die inakzeptablen Rituale ausgedacht hatten. „Sie haben am 13. Februar ihre Papiere erhalten.“ Es handelt sich um Wehrdienstleistende und Zeitsoldaten.

Nach Auskunft von Merten sollen sie ihre abendliche Freizeit dazu genutzt haben, sich die Rituale  auszudenken und umzusetzen, verbunden mit erheblichem Alkoholkonsum. Möglich sei das geworden, weil es schon seit längerem in den Unterkünften keine Kontrollgänge mehr gebe. „Dafür fehlt uns das Personal.“ Merten hofft, dass sich durch den Skandal die personelle Situation in der Staufer-Kaserne verbessert. 

Sieben Führungskräfte des Ausbildungszentrums wurden versetzt. Der Kommandeur, Oberst Thomas Schmidt, übergibt seinen Posten am Aschermittwoch an Oberst Carsten Jahnel. Der 52-Jährige ist schon seit einer Woche in Pfullendorf und ist dabei, die Dienstgeschäfte zu übernehmen. Dazu gehörte, dass er sich ausnahmslos alle Räume, auch die im Keller, zeigen ließ. Die Übergabe am Mittwoch wird nach Auskunft von Merten „sehr kurz und klein gehalten“. Man wolle die durch die negativen Schlagzeilen entstandene Spannung im Haus nicht zu sehr hochkochen lassen. Die meisten Soldaten hätten davon erst aus den Medien erfahren.

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