Konstanzer sagen Nein zum Kongresszentrum

Konstanz. 

Die Konstanzer wollen kein Kongresszentrum. Bei einem Bürgerentscheid hat gestern eine große Mehrheit das Großprojekt Konzert- und Kongresshaus (KKH) abgelehnt. Das Veranstaltungszentrum sollte 48 Millionen Euro kosten und auf dem stadtnahen Areal "Klein Venedig" direkt am Bodenseeufer entstehen.

Die Gegner überschritten das bei Bürgerentscheiden vorgeschriebene Quorum von 25 Prozent deutlich. Von den 60 757 Wahlberechtigten stimmten 20 800 mit Nein, 10 876 mit Ja. Der Gemeinderat ist drei Jahre lang an das Ergebnis des Bürgerentscheids gebunden und kann das Vorhaben damit vorerst nicht weiterverfolgen.

Die Gegner hatten von einer "Fehlinvestition" in Zeiten knapper Kassen gesprochen. Sie befürchteten, dass künftig weniger Geld für Schulen, Vereine und Kultureinrichtungen ausgegeben werden könnte.

Sie lehnten auch den Standort am Bodenseeufer ab. Damit wäre aus ihrer Sicht eine erhebliche Verkehrsbelastung der Innenstadt verbunden gewesen. Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) zeigte sich überrascht vom Ausgang des Entscheids. "Ein so klares Votum der Bürgerschaft gegen dieses konkrete Projekt hätte ich nicht erwartet", sagte er. "Das ist zu akzeptieren." Offenbar sei es nicht gelungen, den Konstanzern in Zeiten der Wirtschaftskrise ein solches Großprojekt zu vermitteln. lsw


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22.03.2010

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