Kaninchen-Tod im Radio?

Ein Moderator des Radiosenders BigFM erwägt, ein Kaninchen in seiner Sendung zu töten und zu schlachten. Schon jetzt ist die Aufregung groß - auch die Landestierschutzbeauftragte hat sich eingeschaltet.

WOLF H. GOLDSCHMITT |

Ein Kaninchen töten, um die Quote zu steigern? Die Ankündigung eines Moderators des Radiosenders BigFM sorgt für einen Aufschrei in den sozialen Netzwerken. Im Rahmen einer "Challenge" (Herausforderung) will der ehemalige Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks womöglich live auf Sendung den niedlichen Nager umbringen, kochen und essen. Ein Hörer hatte den Moderator herausgefordert - um ein Bewusstsein für die Konsequenzen von Fleischkonsum zu schaffen.

Ob die "Challenge" angenommen wird, ist laut Sender völlig offen. Wüste Beschimpfungen von Tierschützern sind die Folge. Die meisten sind schockiert darüber, dass der Moderator zu Unterhaltungszwecken ein Lebewesen töten wolle. Die baden-württembergische Landestierschutzbeauftragte, Cornelia Jäger, hält die geplante Aktion für geschmacklos. "Die beabsichtigte Aktion des Senders ist strafbar. Tiere sind für Medien-Gags viel zu wertvoll und verdienen mehr Respekt", kritisierte Jäger in Stuttgart die derzeitigen Aktivitäten. Äußerst kurzfristig hatte der Sender zudem den anberaumten Gesprächstermin mit der Landestierschutzbeauftragten abgesagt.

Jäger stellte klar: "Sollte der Sender tatsächlich wie angekündigt ein Kaninchen durch einen Moderator schlachten, kochen und verzehren lassen, dann würde es sich nach meiner Einschätzung um mehrere gravierende Verstöße gegen das Tierschutzrecht handeln." Nach dem Tierschutzgesetz ist es strafbar, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Bei dieser Aktion stehe klar der Event-Charakter und nicht die Lebensmittelgewinnung im Vordergrund. "Deshalb ist bei dieser sogenannten Challenge der rechtfertigende vernünftige Grund schlicht nicht mehr gegeben", betonte Jäger. Außerdem sei es verboten, ein Tier für derartige Aufnahmen und Werbemaßnahmen einzusetzen, wenn es dabei zu Schaden kommt. Die Landestierschutzbeauftragte forderte den Sender deshalb erneut telefonisch eindringlich dazu auf, die geplante Aktion abzusagen.

Die Aktion erinnert an die Tötung von Tieren in den Schulen in der Vergangenheit. In verschiedenen Fällen hatten Biologie-Lehrer Kaninchen getötet und geschlachtet, um den Schülern drastisch vor Augen zu führen, dass Fleisch nicht aus der Kühltruhe kommt. Man wollte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass für jedes Stück Fleisch ein Lebewesen sterben muss, hieß es damals zur Begründung.

Ein direktes Vorbild gab es im Mai 2015 in Dänemark: Während einer Live-Sendung soll dort ein Moderator ein Kaninchen mit einer Luftpumpe erschlagen und anschließend gekocht haben. Ziel der Aktion war, die "Heuchelei" von Konsumenten zu kritisieren, die bedenkenlos Billigfleisch aus Massentierhaltung kaufen, aber emotional reagieren, sobald einem "süßen" Tierchen etwas angetan werde. Bis heute ist allerdings ungeklärt, ob das Kaninchen "Allan" in der Radiosendung wirklich zu Tode kam - Bilder von der Aktion gibt es nicht.

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