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"Hells Angels" schweigen eisern vor Gericht

Mit Macheten, Hammer und Revolver sollen zehn "Hells Angels" auf eine Rivalen-Gang losgegangen sein. Jetzt stehen sie in Pforzheim vor Gericht.

Autor: VOLKER KNOPF |
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Einem Hochsicherheitstrakt ähnelte gestern das Areal der Außenstelle Pforzheim des Karlsruher Landgerichts. An strategisch wichtigen Stellen - auf Brücken und an Zufahrtsstraßen - waren Polizeieinheiten positioniert. Auch vor dem Gerichtgebäude zeigten die Beamten Präsenz. Der Grund: der Prozessauftakt gegen die Rocker-Gruppe "Hells Angels". Den Angeklagten wird vorgeworfen, vor zwei Jahren eine rivalisierende Gruppe, die Türstehervereinigung "United Tribuns", attackiert zu haben. Ende November 2010 sollen die Angeklagten ihre Rivalen in einen Hinterhalt gelockt und gezielt mit Macheten, Schlagstöcken und Messern angegriffen haben. Zudem wurde mit einem Revolver Kaliber 38 in die Personengruppe der "United Tribuns" gezielt. 100 Beamte waren nötig, um die "Rocker-Schlacht" schließlich zu beenden.

Gestern gab es vor Gericht das große Schaulaufen der Rocker-Gang - allerdings ohne Kutten und Abzeichen. Denn der Charter "Borderland" der Hells Angels Pforzheim wurde vor eineinhalb Jahren vom Innenministerium Baden-Württemberg verboten. Auch ohne Uniformierung machten die Angeklagten Eindruck: Allesamt schwere Jungs mit einschlägigen Vorstrafen, zumeist mit Bodybuilder-Statur, tätowiert, das Gros mit türkischem, arabischem oder russischem Migrationshintergrund. Im Zuschauerraum des Gerichts begrüßten sie jovial einige ihrer Sympathisanten. Von den "United Tribuns" war niemand zu sehen.

Die Schwierigkeit für das Gericht wird sein, die Taten den jeweiligen Gang-Mitgliedern zuzuordnen. Fünf Prozesstage sind für das Verfahren angesetzt. Der gestrige Auftakt war schnell vorbei, denn keiner der "Hells Angels" wollte Angaben zur Person oder zum Tatverlauf machen. Der Vorsitzende Richter stieß mit seinen Nachfragen auf eisernes Schweigen bei sämtlichen Beschuldigten. Nach einer halben Stunde war der erste Prozesstag vorüber. Der Prozess wird morgen mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt.

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