Hacker-Angriff: PC in Arztpraxis infiziert

Hacker aus dem Ausland haben die Patientendaten einer Arztpraxis im Breisgau blockiert. Der Arzt hat die Polizei alarmiert - und die Daten gerettet.

PETRA WALHEIM |

Die Mitarbeiterinnen einer Arztpraxis im Breisgau haben am Morgen den Computer hochgefahren. Doch statt der erwarteten Patientendaten tauchte eine Textdatei in englischer Sprache auf. Darin wurde der Arzt informiert, sein Computer sei gehackt und die Patientendaten seien verschlüsselt und blockiert worden. Die Daten würden nur gegen Zahlung eines bestimmten Geldbetrags wieder freigegeben. Der Arzt zahlte nichts, er rief die Polizei und den Systemadministrator an. Der konnte die Daten wiederherstellen. Die Polizei ermittelt.

Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass der oder die Täter die Daten nicht heruntergeladen haben, sagt ein Sprecher der Polizei. Sonst hätten sie eine Datenspur hinterlassen und damit das Risiko, entdeckt zu werden, deutlich erhöht. "Das war der erste Hacker-Angriff auf eine Arztpraxis in unserem Zuständigkeitsbereich", sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Als Ursache vermuteten die Ermittler, dass eine Mail mit Schad-Software geöffnet worden sei. So sei ein Trojaner ins System gelangt, der den Zugriff auf den Rechner blockierte. Die Polizei warnt davor, E-Mails von unbekannten Absendern und mit verdächtigen Anhängen zu öffnen. Um Hacker-Angriffe zu vermeiden, sollte die Hardware auf dem neuesten Stand und eine Virenschutz-Software, die ständig aktualisiert wird, installiert sein.

Hacker-Angriffe gibt es seit Jahren, vor allem kleinere Firmen, die sich nicht intensiv um den Computerschutz kümmern, werden Opfer der Angriffe. Der Jahresbericht 2014 des Landeskriminalamts weist aus, dass die Zahl der Hacker-Angriffe mit Erpressungsversuchen "deutlich rückläufig" ist. 2014 wurden im Land 42 Fälle von Erpressungsversuchen im Internet registriert. Das ist ein Rückgang von 434 Fällen. Im Bericht heißt es aber auch, der Rückgang spiegle nicht die tatsächliche Zahl der Delikte wieder. Die Dunkelziffer sei sehr hoch.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt auf seiner Homepage weitere Tipps.

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