Fossilien erinnern an blaue Lagune von Nusplingen
Der Westerberg bei Nusplingen (Zollernalbkreis) beherbergt eines der schönsten Naturwunder der Schwäbischen Alb - den Nusplinger Plattenkalk. Aufgebaut wurde der Plattenkalk überwiegend durch die...
Der Westerberg bei Nusplingen (Zollernalbkreis) beherbergt eines der schönsten Naturwunder der Schwäbischen Alb - den Nusplinger Plattenkalk. Aufgebaut wurde der Plattenkalk überwiegend durch die kalkskeletttragende Goldalge. Das dünnplattige Gestein hat eine riesige Anzahl von Fossilien konserviert: Flugsauriere, Krebse, Krokodile, Ammoniten, Libellen, Meerengel, Haifische, aber auch Cycaspalmen und Samenfarne.
Diese Fauna und Flora belebte einst die blaue Lagune von Nusplingen. Sie gehörte zum tropischen Jurameer, das vor 150 Millionen Jahren existierte. In der Lagune sammelte sich zarter Kalkschlamm an, in dem tote Tiere und abgestorbene Pflanzen versanken und versteinerten. Nusplingen ist eine der bedeutendsten Fossillagerstätten im süddeutschen Raum. Seit 1993 gräbt das Stuttgarter Naturkundemuseum im Plattenkalk - ein Fenster in die Erdgeschichte Baden-Württembergs. Gut 8000 Einzelfunde wurden bisher präpariert. Bei manchen Tier-Exemplaren ist sogar der Mageninhalt erhalten. So erfahren die Forscher, was diese Tiere vor 150 Millionen Jahren gefressen haben. Im Sommer 2004 kam ein Meereskrokodil zum Vorschein, dessen Schädel zehn Meter vom zerbissenen Rumpf entfernt lag. Das Tier wurde wohl Opfer eines noch größeren Krokodils.
Das Graben nach Fossilien ist nur den Wissenschaftlern erlaubt. Doch seit dem Jahr 2005 ist ein Geologischer Lehrpfad für das Publikum eingerichtet. Er beginnt am Rathaus Nusplingen. Der Lehrpfad führt Besucher durch die Geschichte der Grabungen und präsentiert Forschungsergebnisse der Wissenschaftler. Er ist zehn Kilometer lang und führt an zwölf Stationen vorbei. Ein weiterer Einstieg befindet sich am Wanderparkplatz Laisental. Neben Führungen ist die große Attraktion für Kinder der Klopfplatz am ehemaligen Plattenkalk-Steinbruch an der alten Steige. Dort darf sich jeder auf die Suche nach Versteinerungen begeben. Als Hilfsmittel sind jedoch lediglich Hammer und Meißel erlaubt (siehe Info). web





