Die Ex-Freundin terrorisiert

Heidelberg.  Letzte Chance für einen Stalker: Weil er seiner Ex-Freundin nachstellte, setzte es eine Jugendstrafe. Rekordverdächtig ist sein Punktekonto in Flensburg.

Weil er seine frühere Freundin terrorisiert hat, ist ein junger Mann zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der Vorbestrafte hatte bis zu hundert Mal bei der Frau angerufen und zudem an ihrer Wohnung geklingelt. Außerdem ballerte der 20-Jährige vor ihrem Haus in Eppelheim mit einer Schreckschusspistole herum. Als der Türke im Dezember 2009 verhaftete wurde, kündigte er an, die Frau umzubringen.

Der Heidelberger Richter Achim Olbrich zeigte sich fassungslos: "Früher erschienen die mit einer Mandoline, heute mit einer Knarre." Das Jugendschöffengericht befand den Angeklagten jetzt unter anderem wegen Bedrohung und Nachstellung für schuldig.

Das Opfer, das sich zuvor von dem Mann getrennt hatte, erlitt damals einen Nervenzusammenbruch. "Ich denke nicht mehr an sie und will nichts mehr von ihr wissen", versicherte der Ex-Freund vor Gericht. Die Frau sei die "große Liebe" gewesen, sagte Verteidigerin Andrea Combé. In den letzten Jahren war ihr Mandant immer wieder durch Verkehrsdelikte aufgefallen. Im Zentralregister hat er bereits 54 Punkte angesammelt. "Das ist absoluter Rekord. So etwas habe ich in meiner jahrzehntelangen Richtertätigkeit noch nicht erlebt", sagte Olbrich. Den Führerschein hat der 20-Jährige längst abgeben müssen. Dennoch bretterte er weiter mit seinem 7er BMW herum und fuhr den Wagen zu Schrott. Zuletzt wurde er erwischt, als er mit einem frisierten Motorroller unterwegs war. Deshalb verurteilte ihn das Jugendschöffengericht jetzt erneut auch wegen Fahrens ohne Führerschein.

Die Richter verhängten zudem eine Sperrfrist von fünf Jahren für eine Neuerteilung. "Sie müssen auf absehbare Zeit vom Straßenverkehr ferngehalten werden", sagte Olbrich. Das Gericht bezog eine frühere Jugendstrafe mit ein. "Das letzte Urteil hat ihn nicht gejuckt", sagte Olbrich. Dennoch gaben die Richter dem Mann eine letzte Chance. Die Bewährungsstrafe ist jedoch an eine Reihe von Auflagen geknüpft. "Wenn Sie sich nicht gewaltig ändern, werden sie große Teile ihres Lebens im Gefängnis verbringen", prophezeite Olbrich.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: ULRICH WILLENBERG | 22.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr