CDU attackiert Ministerin Öney für Islam-Kritik

Zwischen der SPD-Ministerin Öney und der CDU geht es erneut hart zur Sache. Der Anlass: Öneys Äußerungen zur Kritikfähigkeit von Muslimen.

Die CDU stellt abermals die Eignung von Bilkay Öney als Integrationsministerin infrage. Anlass ist Öneys Einschätzung der Kritikfähigkeit von Muslimen. Der Islam dulde keine Kritik, hatte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Mit Muslimen in Deutschland könne man aber diskutieren, weil sie relativ gut gebildet seien. "In anderen Teilen der Welt gehen einige auf die Straße und zünden Botschaften an", sagte die aus der Türkei stammende Ministerin.

Dem entgegnete CDU-Landeschef Thomas Strobl: "Was Frau Öney sagt, überrascht und entsetzt." Er frage sich, wie Öney einen konstruktiven Dialog führen wolle, wenn sie dem Islam pauschal vorhalte, keine Kritik zu dulden. Solche Äußerungen seien "inakzeptabel, weil sie das Trennende betonen, statt zu verbinden und zu integrieren", sagte Strobl.

Öney sah sich wiederholt Rücktrittsforderungen ausgesetzt - zuletzt, weil sie während einer Diskussion über die Neonazi-Morde den Begriff "tiefer Staat" auch für Deutschland verwendet hatte. Dieser steht in der Türkei für einen Staat im Staate, bei dem Politik, Verwaltung, Justiz und Sicherheitskräfte mit dem organisierten Verbrechen kooperieren. Später entschuldigte sie sich dafür.

Öney erklärte, dass sie trotz diverser Verbalattacken gegen sie keine Rachegelüste hege. "Ich glaube an Gott, und da ich eine gläubige Person bin, versuche ich, anderen Menschen keinen Schaden zuzufügen."Konkret zu wiederholten verbalen Angriffen des CDU-Integrationsexperten Bernhard Lasotta sagte Öney, sie sei davon überzeugt, dass die CDU sich mit so einem Verhalten selber schade. Lasotta erwiderte: "Wenn Frau Öney wiederholt Fehler macht, werden wir dies in einer konstruktiven Oppositionsarbeit auch kritisieren. Auch Ministerinnen mit Migrationshintergrund müssen sich Kritik stellen."

2 Kommentare

25.09.2012 10:58 Uhr

Unglaublich

Wie selbst Abgeordnete in vorauseilendem Gehorsam (von Schleimspur wollte ich mal nicht reden) ohne jegliche Kenntnis des Islams solch einen Müll verzapfen.
Wenn er wenigstens wüsste, dass die, uns immer wieder vorgekauten, friedlichen Verse des Koran aus der mekkanischen Zeit stammen, aber später durch die gewalttätigen der medinesischen Zeit ersetzt wurden (Abrogation) mussten... - aber so, wieder mal nur heiße Luft, eines Abgeordneten, der sich ins Gespräch bringen möchte.
Eigentor, wegen Nichtwissens.
Setzen 6.

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25.09.2012 10:46 Uhr

Die CDU erklärt den Muslimen den Islam?

Find ich lustig, wie Herr Strobl einer Muslima jetzt erklären will, dass sie den Islam falsch verstanden und irgendwie keine Ahnung hat - im Gegensatz zu ihm. Da redet wohl der Blinde von der Farbe. Im übrigen ist Frau Öney nicht die erste Muslima, die dem Islam die Kritikfähigkeit abgesprochen hat.

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