Bürgerbefragung: Nein zum Nationalpark Nordschwarzwald

Die Bürgerbefragung in sieben Schwarzwaldorten ist rechtlich zwar nicht bindend, liefert aber ein deutliches Stimmungsbild: Die Gegner des geplanten Nationalparks im Nordschwarzwald sind klar in der Mehrheit.

EB/LSW |

50.000 Einwohner ab 16 waren in sieben Städten und Gemeinden im Nordschwarzwald zur Bürgerbefragung aufgerufen. Baiersbronn, Bad Herrenalb, Bad Wildbad, Enzklösterle, Forbach, Freudenstadt und Seewald wollten ein Stimmungsbild zu den umstrittenen Nationalpark-Plänen. Das ist klar ausgefallen: Die Gegner liegen überall deutlich vorn. In Baiersbronn erreichten sie 78 Prozent, die Beteiligung: 68 Prozent. Bad Wildbad: 75,5 Prozent Gegner, Beteiligung: 59,4 Prozent. Freudenstadt meldet 67,8 Prozent Gegenstimmen bei 49,4 Prozent Beteiligung. In Bad Herrenalb stimmten 64 Prozent gegen den Nationalpark. Hier erreichte die Beteiligung nur 16 Prozent. Im kleinen Enzklösterle stimmten mehr als 81 Prozent ab, die Gegner kamen auf 75,5 Prozent. Seewald meldet 86,8 Prozent Nein-Stimmen, Forbach 82,4 Prozent Nein-Stimmen - bei jeweils mehr als 70 Prozent Beteiligung.

"Das ist ein klares Signal. Da gibt es nichts dran zu deuten", sagte Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack (CDU) in einer ersten Stellungnahme. Das Naturschutzministerium in Stuttgart verwies darauf, dass die sieben Gemeinden nur einen Teil der betroffenen Bewohner repräsentieren. In der Naturparkregion lägen fast 100 Gemeinden, von denen sich etliche positiv zum Nationalpark positioniert hätten.

"Bürgerbeteiligung heißt Prozesse mitzugestalten, nicht sie zu entscheiden", sagte Staatsrätin Gisela Erler. Es sei fachlich und politisch unstrittig, dass Baden-Württemberg endlich einen Nationalpark brauche. Umfragen zeigten zudem, dass die Mehrheit der Baden-Württemberger die Einrichtung des ersten Nationalparks in ihrem Land begrüßen.

Der WWF Deutschland gab gestern das Ergebnis einer Emnid-Befragung bekannt, nach der 52 Prozent das Naturschutzprojekt befürworten. Etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) äußerten sich ablehnend. Emnid hatte Anfang Mai 1000 Menschen aus den Kreisen Freudenstadt, Calw, Rastatt, Ortenau und dem Stadtkreis Baden-Baden interviewt. Auftraggeber war der WWF und der Freundeskreis Nationalpark Nordschwarzwald.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Themenschwerpunkt

Nationalpark Schwarzwald: Baden-Württembergs Urwald kommt zurück

Nationalpark Schwarzwald: Baden-Württembergs Urwald kommt zurück

Nach mehr als zwei Jahren intensiver Planung und kontroverser Debatten geht zum 1. Januar 2014 der Nationalpark Schwarzwald an den Start. Es ist der 15. Nationalpark in Deutschland und der erste auf dem Gebiet von Baden-Württemberg. Das Ziel: Urwald auf 10.000 Hektar.

mehr zum Thema

Zum Schluss

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr

Mückenplage droht – ...

Wo kommt sie vor? Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus).

Deutschland droht eine Stechmückenplage. Der Grund: das feuchtwarme Wetter. Experten bitten darum, Mücken zu fangen und einzusenden. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr