Belästigung durch die Bebauung?

Gegner befürchten Lärm und Behinderungen, die Stadt verweist auf die Entwicklungsmöglichkeiten in zentraler Lage.

Was die Gegner sagen: Die Bebauung der Bahnflächen bedeutet eine Schließung der einzigen Frischluftschneise der Stadt und eine erhebliche Beeinträchtigung des Stadtklimas. Die Großbaustelle führt zu Verkehrsbehinderungen und Belästigungen durch Abgase der Baustellenfahrzeuge. Die Seitenflügel des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes von Paul Bonatz werden abgerissen. Das Klima im Stuttgarter Kessel heizt sich auf, weil sich die unbebauten Flächen des Gleisvorfeldes nachts stark abkühlen und dadurch die Temperaturen in Grenzen halten.

Die Argumente der Befürworter: "Für uns Stuttgarter öffnet Stuttgart 21 zugleich eine herausragende städtebauliche Chance", sagt OB Wolfgang Schuster. Er zitierte in seinem Offenen Brief an die Gegner des Projekts die Architektenkammer Baden-Württemberg und den Bund Deutscher Architekten: "Bei Stuttgart 21 geht es um die Rücknahme zerstörerischer Eingriffe zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als eine gigantische Eisen- und Schotterfläche an das Herz der Stadt herangeführt wurde." Die Stadt wächst im Zentrum, Stuttgart hat 60 Hektar Wohnbaufläche auf der "grünen Wiese" aus dem Flächennutzungsplan gestrichen, weil Wohnungen auf den Gleisanlagen geschaffen werden können. Das Miteinander von Generationen, Nationalitäten und sozialen Schichten wird gefördert. Die Stadt hat Grundstücke gekauft, um unabhängig von Investoreninteressen ausgewogene Stadtquartiere zu entwickeln. Ökologisches Bauen wird Standard, durch verbindliche Vorgaben werde die Stadt dafür sorgen, dass alle Gebäude einen hohen ökologischen Standard erfüllen, sie sollen ohne fossile Energieträger auskommen und mit wiederverwendbaren Materialien gebaut werden. In den neuen Stadtquartieren will die Landeshauptstadt eine umweltfreundliche Mobilität schaffen, Stadtbahn- und S-Bahn-Linien werden die neuen Quartiere an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, neue Dienstleistungsarbeitsplätze entstünden. Zur umweltfreundlichen Mobilität gehöre ein Radwegenetz durch das Quartier. Mit der neuen Bibliothek und weiteren Kultureinrichtungen wird ein neues kulturelles Zentrum geschaffen, Mitte 2011 soll die neue Bibliothek am künftigen Mailänder Platz eröffnet werden.


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