Befürworter schmieden Bündnis
Stuttgart. Die Befürworter des geplanten Tunnelbahnhofs in Stuttgart machen mobil. Bis zur Volksabstimmung am ersten Advent wollen sie landesweit werben.
Das Bündnis für Stuttgart 21 steht: CDU, FDP sowie Teile der SPD und Prominente aus der Wirtschaft machen mobil für das umstrittene Milliardenprojekt. Die Befürworter des Tiefbahnhofs starteten ihre Kampagne zur Volksabstimmung am 27. November, wie der Verein "Pro Stuttgart 21" mitteilte. Man wolle die Bevölkerung mobilisieren, am Volksentscheid teilzunehmen. "Zudem wird die Kampagne unmissverständlich klären, dass Befürworter des Projekts beim Volksentscheid ,Nein auf dem Stimmzettel ankreuzen müssen."
Finanziert werde die Aktion fast ausschließlich durch private Spenden aus Wirtschaft und Gesellschaft, teilte der Verein mit. Für die Pro-Kampagne werden außergewöhnliche Partnerschaften eingegangen. So wirbt CDU-Fraktionschef Peter Hauk mit dem Chef der Südwest-SPD und Wirtschaftsminister Nils Schmid für das Vorhaben. Auch führende Köpfe von FDP und Freien Wählern sind dabei: Birgit Homburger und Heinz Kälberer. Die grün-rote Landesregierung ist in der Bahnhofsfrage tief gespalten. Die Grünen sind dagegen, Teile der SPD dafür. Die Kampagne wird unter anderem unterstütz von Daimler-Betriebsratschef Erich Klemm, Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller und Ex-Regierungschef Lothar Späth (CDU). "Die Befürworter repräsentieren die Mehrheit im Land. Diese Mehrheit werden wir mobilisieren", sagte Späth.
Das Motto der Pro-Kampagne wird voraussichtlich "Für Stuttgart 21. Nein zur Kündigung" lauten. CDU-Fraktionschef Peter Hauk sagte, landesweit seien zwischen 500 und 1000 Veranstaltungen geplant. "Wir wollen in der Fläche mobilisieren. Ich bin überzeugt, die Gegner sind nur in Stuttgart stark."
Die Kontroverse um die Formulierung auf dem Abstimmungszettel geht unterdessen weiter. Nach Ansicht eines Sprachwissenschaftlers hätte die Frage einfacher formuliert werden müssen. "Das ist wie beim Arzt: Wenn der Fachwörter gebraucht, soll er sie bitte auch erklären", sagte Thomas Spranz-Fogasy vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Die Frage zur Gesetzesvorlage sei aus juristischen Gründen kompliziert formuliert. "Mit einer verständlichen Erklärung wäre das aber kein Problem", sagte der Professor. Er schlug vor: "Stimmen Sie mit "Nein", wenn sie für eine Beteiligung des Landes am Bahnprojekt Stuttgart 21 sind." eb/lsw
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Autor: SWP | 05.10.2011
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