Am Kaiserstuhl wachsen Früchte aus Asien

Leiselheim.  Der Kakibaum braucht Wärme. Deshalb wächst er vorwiegend in südlichen Ländern. Eine kleine Kultur steht aber auch auf einem Versuchsfeld am Kaiserstuhl. Der Klimawandel macht es möglich.

Die kleine Kaki-Anlage bei Leiselheim im Kreis Emmendingen gibt ein seltsames Bild ab: Auf einem Grünstreifen neben den Reben stehen kahle Bäumchen, zwei bis drei Meter hoch. An den dünnen Ästchen hängen Früchte, die in einem knalligen Orange leuchten. Sie ähneln Tomaten oder zu groß geratenen Pflaumen. "Das sind Kakis", sagt Anton Schott.

Der Mann betreibt am Kaiserstuhl eine Baumschule, ist spezialisiert auf Walnussbäume. Doch er experimentiert ganz gern. Deshalb hat er sich vor fünf Jahren 110 Kaki-Bäume aus Italien besorgt und sie in ein sorgsam ausgewähltes Stück Land gesetzt.

Über 30 Jahre hatte es gedauert, bis er den idealen Standort für die Obstbäume, die ursprünglich aus Asien stammen, gefunden hat. "Kakis brauchen viel Wärme", sagt Schott. Nun stehen die Bäume auf genau 200 Meter Höhe, auf einem Gelände, auf dem keine Kaltluftseen entstehen und die Bäume viel direkte Sonne abkriegen.

Gestern war Schott mit der Gartenschere in seiner Kaki-Anlage unterwegs und hat die fast reifen Früchte von den kahlen Bäumen geerntet. Sie dürfen nicht ganz reif sein, wenn sie abgeschnitten werden, denn sie sollten etwa zwei Wochen nachreifen. Erst dann schmecken sie. "In den unreifen Früchten ist noch zu viel Gerbstoff. Da bekommt man einen pelzigen Mund davon", sagt Schott. Er greift sich eine Kaki, die schon ins Bräunliche geht und sehr weich ist, und er beißt in die glatte, feste Schale. Das Fruchtfleisch ist süß und saftig.

Seit drei Jahren kann Schott ernten. "Viele Kunden warten schon darauf, dass es wieder soweit ist", sagt er. Er verkauft die Früchte direkt vom Hof und an die Gastronomie. Der Obstbautechniker plant, die Anlage in den nächsten Jahren zu vergrößern und Kaki-Bäume selbst zu züchten. Der Klimawandel machts möglich. Vor allem mit Sorten, die weniger Gerbstoff haben, will Schott sein Glück versuchen.

Baumschulbetreiber Schott ist nicht der einzige, der mit exotischen Pflanzen experimentiert. Ein Gastwirt versucht bei Freiburg, Oliven anzubauen. Anscheinend mit wechselndem Erfolg. "Kiwis wachsen hier schon ganz gut", sagt Schott. Doch die interessieren ihn nicht. Er möchte sich als nächstes an der Indianerbanane, auch Pawpaw genannt, versuchen. Er weiß, dass es in der Pfalz schon eine Anlage mit der exotischen Frucht gibt.


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Autor: PETRA WALHEIM | 20.11.2010

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