Zehn Stockwerke in 59 Sekunden

150 Sportler rannten beim ersten "TurmRun" im Hauptbahnhof die Wendeltreppe hoch. Profi Thomas Dold: "Technisch anspruchsvoll."

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    Profi Thomas Dold am Ziel - er gab die Zeit vor. Foto: 
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    Ein Feuerwehrmann rennt in 30-Kilo-Kluft nach oben. Foto: 
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Sieben Mal in Folge hat Thomas Dold den bekanntesten Treppenlauf der Welt, den "Empire State Building Run-Up", gewonnen. Beim ersten vom Bahnprojekt Stuttgart-Ulm initiierten "TurmRun" im Stuttgarter Hauptbahnhof am vergangenen Samstag läuft er außer Konkurrenz, er gibt die Richtzeit vor. Seiner Motivation tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil: "Die Treppen hier sind technisch anspruchsvoll", sagt Dold. Eine Wendeltreppe sei er noch nie hochgelaufen. "Außerdem gibt es hier in Stuttgart keine Podeste, an denen man sich orientieren kann." Dementsprechend erleichtert ist Dold dann auch, als er nach seinem Lauf wieder im Erdgeschoss ankommt. In 59,4 Sekunden hat er die zehn Stockwerke und 314 Treppenstufen absolviert - eine Richtzeit, die ihn selbst überrascht. "Mit eineinhalb Minuten wäre ich zufrieden gewesen", sagt Dold und lacht.

An zwei Treppenaufgängen bilden sich nun die Reihen mit Freizeitläufern - rund 150 Sportler hatten sich angemeldet. Zwei starten parallel, drei Minuten wartet man, bis der nächste Läufer dran ist - es soll ja schließlich keine Kollisionen geben. Den Läufern gibt Dold noch einen Tipp mit auf den Weg: "Benutzt das Geländer, und legt Euch in die Kurven." Ausreden wie Gegenwind oder Regen würden heute jedenfalls nicht akzeptiert.

Für die meisten ist es der erste Treppenlauf. So auch für Monika Burkard, die mit Mann und Kind da ist. "Ich laufe normalerweise Langstrecke", sagt sie. Am Berlin-Marathon habe sie schon teilgenommen, aber in die Höhe laufen, das sei schon etwas ganz anderes. "Ich habe auf den Stäffele hier in Stuttgart trainiert. Da merkt man erstmal, was für Muskeln man noch so alles in den Beinen hat", sagt Burkard. Das sieht auch Thomas Dold so. Der Schwarzwälder hat bereits als Jugendlicher viele Höhenläufe absolviert. "Welche Stadt bietet das schon außer Stuttgart? Das sind ideale Voraussetzungen fürs Training", sagt er.

Richtig voll wird es auf der Plattform im Erdgeschoss am späten Samstagvormittag. Die Funktionsoberteile, Kniestrümpfe und Laufschuhe, die bisher das Bild dominieren, weichen nun Atemmasken, Lungenautomaten und Manometern. Denn auch einige Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr testen ihre Kondition beim Turmlauf. "Es ist wohl ein gesunder Ehrgeiz, der uns dazu veranlasst hat", sagt Pierre Lucas von der Freiwilligen Feuerwehr Degerloch-Hoffeld. "So kann man gut testen, wie belastbar man ist", ergänzt er. Sage und schreibe 30 Kilo schwer ist die Vollmontur mitsamt Atemschutzgerät, die die Feuerwehrleute während des Aufstiegs am Körper tragen. Immerhin brennt es nicht im Turm, so läuft es sich unbeschwerter.

Nach und nach kommen die ersten Freizeitläufer wieder unten an. So auch Langstreckenläufer Oliver Hoppe aus Weinstadt. "Man verliert leicht die Orientierung da oben", sagt er. Sollte der Turmlauf wieder stattfinden, wäre Hoppe aber auf jeden Fall wieder dabei: "Es ist eine tolle Abwechslung." Mit Blick auf die Baustelle rund um Stuttgart 21 entwickelt Thomas Dold schon Zukunftsvisionen: "Man könnte hier tolle Tunnelläufe machen - das sind ideale Trainingsorte an heißen Sommertagen."

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