Von Psychostress bis Ohrbiss

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In Stuttgarts Amtsstuben ist der Umgang rauer geworden: Immer wieder sehen sich laut der Stadt vor allem Mitarbeiter mit Kundenkontakt wie in Jobcenter, Ausländeramt oder bei der Verkehrsüberwachung verbalen und körperlichen Attacken ausgesetzt. Mit Folgen, die bis zum posttraumatischen Belastungssyndrom reichen können.

Um den städtischen Angestellten Hilfestellung zu geben und ein größeres Sicherheitsgefühl zu vermitteln, will die Stadt gegensteuern: Am Mittwoch unterzeichneten OB Fritz Kuhn (Grüne) und der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Markus Freitag, eine Grundsatzerklärung gegen Gewalt am Arbeitsplatz. Diese sei als symbolisches „Stopp-Signal“ zu verstehen, sagte Kuhn.

Gleichzeitig soll die Erklärung, die eine statistische Erfassung der Vorfälle in Behörden vorsieht, Startschuss für verschiedene Maßnahmen sein: Eine Arbeitsgruppe soll einen Leitfaden für die Beschäftigten entwickeln, der ihnen aufzeigt, wie sie mit Übergriffen und traumatischen Erlebnissen umgehen sollen. Ein 26-köpfiges Mitarbeiterunterstützungsteam (MUT)  wurde zudem bereits installiert, das Betroffene unterstützt. Mitarbeiter sollen die MUT-Kollegen nach Vorfällen rufen können und von ihnen psychologische Beratung und Tipps zur Prävention erhalten.

Das Gros der Übergriffe sei psychischer Natur, sagte Freitag, den Mitarbeitern werde gedroht, auf sie werde Druck ausgeübt. Aber auch körperliche Attacken gibt es, wie 2016, als einem Mitarbeiter des Vollzugsdienstes ein Ohr abgebissen wurde. 

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