Von großer Ehre völlig überrascht

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Werner Stannat freut sich über die Auszeichnung.  Foto: 

Die Überraschung steht Werner Stannat am Donnerstagmittag ins Gesicht geschrieben. Vor wenigen Stunden ist der Abteilungsleiter für den Musikinstrumentenbau an der Oskar-Walcker-Schule in Ludwigsburg von der Nachricht geweckt worden: Orgelbau und die Orgelmusik sind in die Unesco-Liste des immateriellen Kultur­erbes aufgenommen worden. „Dass die Nachricht so früh kommt, habe ich nicht erwartet“, sagt der Studiendirektor und Orgelspezialist. Seit dem Morgen häufen sich im Schulsekretariat die Medienanfragen. Das Interesse am deutschen Traditions­in­strument ist nach einer Meldung aus Südkorea mit einem Schlag gewachsen. Dort tagt bis Samstag das Unesco-Komitee, das mit seiner Auszeichnung den Wirbel in der Berufsschule ausgelöst hat. Sie ist die einzige in Deutschland, die diese Ausbildung anbietet. „Der überwiegende Teil des Nachwuchses im Orgelbau kommt aus Ludwigsburg“, stellt Schulleiter Andreas Moser fest.

Als Werner Stannat die Nachricht erhielt, blieb ihm wenig Zeit, die Neuigkeit in der Schule angemessen zu zelebrieren. Außerdem hat er sich normalen Unterricht vorgenommen. Im Gespräch schaut er abwechselnd auf die Uhr und den Stundenplan. Dabei freut er sich über das Echo. Denn die Aufnahme in das Register der Vereinten Nationen bestätigt ihm die Wertigkeit dieses Berufs. Derzeit sei es schwierig, Menschen für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Orgelbauer zu begeistern, bedauert Stannat. Vor allem der Anteil der Frauen sei mit knapp 15 Prozent niedrig. Da es die einzige Berufsschule dieser Art ist, soll die Unesco-Anerkennung auch dem Marketing dienen. Früher hat es drei Klassen gegeben, heute sind es zwei. „Aber mit stabilen Zahlen“, betont Moser.

Yann Felix ist Klassensprecher der ersten Jahrgangsstufe. Er hat nach dem Studium der Kunstgeschichte gemerkt, Theorie ist nicht alles. Er wollte Kunst mit Handwerk verbinden und kam so zu einem Orgelbauer nach Pfullendorf. „Am Anfang wusste ich nicht, was auf mich zukommt.“ Bisher habe er keinen Tag in der Ausbildung bereut, sagt der 26-Jährige.

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