Und der Drache spuckt Feuer

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Andrea Berg mit dem fauchenden Drachen auf der Bühne der Schleyerhalle. Foto: Torsten Rothe  Foto: 

Mit dem Bühnenbild ihrer aktuellen Tournee Seelenbeben hat sich Schlagerikone Andrea Berg nach eigenem Bekunden einen lebenslangen Traum erfüllt. Ein über 19 Meter langer und fast sieben Meter hoher, feuerspeiender Drachen bildete die fantasievolle Kulisse während ihres rund zweieinhalbstündigen Konzerts in der Stuttgarter Schleyerhalle mit knapp über 10 000 Zuschauern. Berg bewegte sich auf dessen Rücken sowie auf dem als Laufsteg fungierenden Drachenschwanz.

Lodernde Flammen und weißer Rauch stiegen auf, je nach Stimmung veränderte sich die Beleuchtung und im Hintergrund tauchten Videos die Berg-Songs in eine entsprechende Atmosphäre. Doch die Bühnentechnik kam maßvoll zum Einsatz. Der Schwerpunkt des Konzerts lag auf Gesang und Bühnenshow der gebürtigen Krefelderin, die mittlerweile in ihrer Wahlheimat Kleinaspach bei Backnang lebt.

Mag sein, dass die 50-Jährige nach einem missglückten pyrotechnischen Effekt im vergangenen Sommer, bei dem sie sich Verbrennungen an Schulter und Oberarm zuzog, vorsichtiger geworden ist. An Lebendigkeit und Bühnenpräsenz hat Andrea  Berg, die während des gesamten Konzerts auf ihrem Drachen herumwirbelte, nichts eingebüßt.

Bad in der Menge

Hits aus Bergs neuem Album und Altbekanntes wechselten auf dem Konzert in der Schleyerhalle einander ab. Auch im Album „Seelenbeben“ – der Name spricht für sich – geht es um die ganz großen Gefühle, häufig um bittersüßen Herzschmerz oder pures Liebesglück. Manch einem mag das zu einfach gestrickt sein, doch die Fans der Schlagerqueen fühlen sich angesprochen.  Bewundernswert waren Bergs gesangliche Qualitäten. Ihre helle, glasklare Stimme schwächelte zu keinem Zeitpunkt des Konzerts.

Auch beim neuen Berg-Album mischte Pop-Titan Dieter Bohlen als Komponist und Texter wieder kräftig mit. Doch auch Eugen Römer, Bergs Entdecker, oder Rene Baumann waren Hit-Lieferanten. Letzterer komponierte die Ballade „Solang die Erde sich dreht“, musikalisch sicher eines der Glanzstücke von Bergs neuem Album. Auch in der Schleyerhalle erzielte der gefühlvolle Song seine Wirkung. Ebenso wie Bohlens „Wunderland“,  „Lass mich in Flammen stehen“ oder sein „Ich werde lächeln, wenn Du gehst“, bei dem Berg ihr Publikum wie so oft zum Mitsingen brachte.

Der Kontakt zum Publikum ist Bergs große Stärke. Die  Künstlerin, die in der Eurovisionsshow „Schlagerchampions“ 2017 zur besten Sängerin des Jahres 2016 gekürt wird, holt den 14-jährigen Simon auf die Bühne und singt mit ihm im Duett, sie spricht ihr Publikum immer wieder mit „meine Freunde“ an, bittet es mehrfach um einen Sternenhimmel aus Handys und Taschenlampen, nimmt händeschüttelnd ein Bad in der Menge und verschenkt Kuscheldrachen. „Macht aus der Schleyerhalle einen Tanztempel“, ermuntert sie die Discofox-Tänzer im Publikum.

Berg beherrscht das Spiel mit der Kamera, in die sie zwinkert und der sie große und kleine Gesten anbietet. Sie hat nach wie vor Lust, sich in extravagante Roben zu schmeißen, die sie Stück für Stück entblättert. Doch im Vergleich zu früheren Lack- und Lederoutfits sind es nun weiche, fließende Stoffe, die ihre Figur umspielen.

Zum Finale der Megahit

Mit Nenas „99 Luftballons“, Klaus Lages „Tausend mal berührt“ oder auch Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ entführte Berg in die Kinder- und Jugendzeit ihres Publikums. Zum Schluss durfte er nicht fehlen: der schon 17 Jahre alter Megahit „Du hast mich tausendmal belogen“.

Arzthelferin Die 1966 in Krefeld geborene Schlagersängerin Andrea Berg ist gelernte Arzthelferin. In den 1990er Jahren arbeitet sie noch in ihrem alten Beruf und tritt an den Wochenenden als Party-Sängerin mit ihrer Band auf. Der Kölner Musikproduzent Eugen Römer wird auf das junge Musiktalent aufmerksam. 1992 erscheint Bergs erste Single „Schau mir nochmal ins Gesicht“.

Heirat mit Henning Von 2002 bis 2004 ist Andrea Berg mit Musikkollege Olaf Henning verheiratet. In der Trennungszeit entsteht der bis heute erfolgreichste Titel von Berg „Du hast mich tausendmal belogen“. 2007 heiratet Berg Sportmanager und Hotelier Ulrich Ferber. Beide leben mit Bergs Tochter in Kleinaspach bei Backnang, wo sie das Erlebnishotel „Sonnenhof“ betreiben. In Kleinaspach tankt Berg vor ihren Konzerten Kraft. „Ich habe hier mein Paradies, meinen Rückzugsort gefunden“, so die Künstlerin. max

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