Stuttgarter Verkehrsverbund verzeichnet neuen Rekord

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Die beiden VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger (links) und Horst Stammler freuen über steigende Fahrgastzahlen.  Foto: 

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat 2016 erneut einen Fahrgastrekord verzeichnet. Mit 376 Millionen Fahrten registrierte der Verbund, der Stuttgart sowie die Kreise Rems-Murr, Ludwigsburg, Esslingen und Böblingen umfasst, neun Millionen mehr als 2015. Macht ein Plus von 2,6 Prozent bei den Fahrten und von 3,4 Prozent auf 517 Millionen Euro bei den Einnahmen. Als Gründe nannte VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger am Freitag die gute wirtschaftliche Lage, den Anstieg der Bevölkerungszahlen sowie verbesserte Fahrplan- und Tarifangebote.

Absoluter Motor des Rekordergebnisses sei der Berufsverkehr gewesen, so Hachenberger. Die Zahl der Firmenticket-Abonennten sei um zwölf Prozent gestiegen – zum Jahresende wurden 71 500 gezählt. Die Erfolgsgeschichte hänge auch damit zusammen, dass sich immer mehr Unternehmen finanziell engagierten und ihren Mitarbeitern Rabatte gewährten. Zuletzt stiegen die großen Arbeitgeber Porsche und Daimler ins Jobticket ein. Insgesamt sind es mittlerweile 500 Firmen.

Noch mehr Abonnenten konnte der VVS jedoch fürs Senioren-Ticket begeistern. Hier beträgt der Zuwachs 15,3 Prozent. Das Segment hatte jahrelang geschwächelt, bis die Konditionen verbessert wurden. Für 45,50 Euro monatlich fahren Senioren durchs VVS-Gebiet.

Ebenfalls im Plus war 2016 der Ausbildungsverkehr. Allein die Prognosen fürs neue Azubi-Ticket seien weit übertroffen worden, sagte Hachenbergers Co-Chef, Horst Stammler. Man zähle schon 26 900 Abonnenten – habe aber nur mit 16 000 im selben Zeitraum gerechnet. Auch hat die Zahl der Stammkunden mit mehr als 580 000 einen neuen Rekordwert erreicht.

Mit mehr Umsteigern gerechnet

Das Feinstaub-Ticket, mit dem Pendler seit Oktober an Alarm-Tagen via Kinder-Karte zum halben Preis fahren können, „zieht“ gleichermaßen, wie es Stammler formulierte. In den Alarm-Monaten November seien 11,5 Prozent, im Dezember 25,1 Prozent mehr Einzeltickets verkauft worden. Einen Knick bekommt die Bilanz allerdings dadurch, dass im selben Zeitraum weniger Vierer-Tickets und Tagestickets gezogen wurden. Und auch die fünf Prozent mehr Fahrten im November und Dezember hören sich mit Blick auf das Gesamtwachstum von 2,6 Prozent zwar gut an – der VVS hatte jedoch mit mehr Umsteigern gerechnet. Gleichzeitig hatte er mit rund 20 Feinstaub-Alarm-Tagen während der ganzen Saison kalkuliert. Tatsächlich waren es allein zwischen Oktober und Dezember 37.

Die durch das Ticket erwarteten Einnahmeausfälle von fünf Millionen Euro werden daher wohl höher ausfallen, sagte Hachenberger. Konsequenz wird sein, dass zwar auch in der nächsten Alarm-Periode ein Ticket angeboten werden soll, womöglich aber nicht mehr so günstig wie bislang, so Stammler. Wie man Abo-Besitzern, die vom Feinstaub-Ticket nicht profitieren, entgegen kommen kann, soll im April zum Abschluss der Periode besprochen werden. Eine Nullrunde beim Tarif sei aber nicht geplant.

Weiterer Zuwachs erwartet

In diesem Jahr rechnen Stammler und Hachenberger mit neuen Rekorden. Gleichwohl sind die Kapazitäten im regionalen ÖPNV vielerorts an Grenzen gelangt. Der Ausbau des Angebots sei daher das Topthema, sagte Hachenberger.

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