Stuttgart schließt Wildtiere aus

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Es ist beschlossen. Ab April 2019 dürfen Zirkusse in Stuttgart keine Wildtier-Nummern mehr zeigen. Der Gemeinderat hat sich am Donnerstag dem Votum des Ausschusses für Wirtschaft und Wohnen vor gut einem Monat sowie des Verwaltungsausschusses von Mittwoch angeschlossen. Beide Gremien hatten sich mehrheitlich für ein verschärftes Wildtierverbot  ausgesprochen – in erster Linie aus Tierschutzgründen. Bereits seit Anfang 2011 sind nach dem  Stuttgarter Modell Vorstellungen mit Wildtieren nur noch auf dem Wasen zugelassen. Nach dem aktuellen Beschluss dürfen Bären, Straußen, Elefanten oder Großkatzen nach der Übergangszeit auch dort nicht mehr gezeigt werden. Betroffen ist unter anderem der Weltweihnachtscircus, wobei dessen Betreiber angekündigt hat, Stuttgart mit einem modifizierten Programm  treu bleiben zu wollen, wie der Erste Bürgermeister Michael Föll erklärte.

 Sowohl das Aktionsbündnis „Tiere gehören zum Circus“ als auch die Deutsche Gesellschaft der Circusfreunde hatten zuvor versucht, den Entschluss abzuwenden und sich in offenen Briefen zu Wort gemeldet. Weder gebe es „systemimmanente“ Tierschutzprobleme noch Beanstandungen seitens der Amtstierärzte. Auch widerspreche ein Verbot dem Grundrecht der Berufsfreiheit. Der Berufsverband der Tierlehrer hatte sich ebenfalls kurz vor der Sitzung noch an die Verwaltung und die Räte gewandt und sich gegen ein Verbot ausgesprochen, ließ Föll wissen.

 Letztlich überzeugten deren Argumente eine Mehrheit der Räte nicht. 29 Stadträte sprachen sich für das Verbot aus, 19 dagegen, sieben enthielten sich. car

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Kommentare

28.01.2017 11:04 Uhr

Ein klein wenig über den Tellerrand schauen.

Ich bin gewiss nicht der Ansicht, dass ein guter Zirkus Wildtiere in seinem Programm haben muss.
Ja, die Tierschützer haben Recht.
Ein guter Zirkus braucht keine Wildtiere, oder auch andere Tiere, in seinen Vorstellungen.
Über die artgerechte Haltung lässt sich streiten. Die optimalen Bedingungen sind in vielen Fällen eingeschränkt, bis garnicht gegeben.
Jede Medaille hat aber zwei Seiten.
Die Tiere sind nunmal da. In vielen Zirkusunternehmen seit Jahrzehnten.
Ein gut geführter Zirkus erwirtschaftet die Kosten für seine Tiere, und das sind nicht nur Futterkosten.
Tierarzt, Gebühren für Sondergenehmigungen, Veterinäramt usw. kommen hinzu.
Mit einem Verbot verschwinden die Tiere ja nicht einfach so.
Und die Aussage: "Ich gehe seit Jahren in keinen Zirkus oder Zoo weil TIERQUÄLEREI unterstütze ich nicht." ist engstirnig und kann zur Tierquälerei führen, denn es besteht die Gefahr, dass die Tiere aus Kostengründen nicht mehr versorgt werden können.
Auswilderung wird in nahezu 90% der Fälle nicht funktionieren, da kann man die Tiere auch gleich erschiessen.
Und die 10% die dann vielleicht in Freiheit leben, haben Hunger, müssen jagen, und verschwinden irgendwann in der Nahrungskette.
Auffangstationen, Tierheime, Pferdehöfe die einige Tiere aufnehmen könnten, sind jetzt schon am Rande der Insolvenz.
Denn von den " Ich bin dagegen " Köpfen macht sich keiner Gedanken, wie es mit den Tieren weitergehen soll.
Also liebe "Tierschützer" bitte nicht nur DAGEGEN sein, sondern ein klein wenig über den Tellerrand schauen.

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28.01.2017 09:03 Uhr

Keine Wildtiere mehr im Zirkus

So was bescheuertes, wollt ihr die Tiere bis dahin erschießen oder einschläfern. Liebe Leute das sind keine Wildtiere mehr diese sind in dem Zirkus aufgewachsen und kennen nichts anderes als die Manege. Ja ja manche Menschen wissen nicht was sie tun.

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