Stuttgart rüstet in Sachen Sicherheit auf

Ein verstärktes Polizeiaufkommen in der Stuttgarter City gehört mittlerweile zum Stadtbild. Gleichzeitig rüsten die Bürger waffentechnisch auf.

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Wer dieser Tage in der City unterwegs ist, sieht viele Polizisten. So mancher Stuttgarter unkt, man könne nicht mehr unbehelligt über eine rote Ampel gehen - überall seien Ordnungshüter. Tatsächlich ist verstärkte Präsenz im Zentrum Teil des neues Sicherheitskonzepts, das Landes- und Bundespolizei nach den Vorfällen von Silvester seit vergangener Woche gemeinsam umsetzen. Bis zu 30 Beamte zusätzlich schicken beide jeweils täglich in die Innenstadt und an Bahnanlagen, um den Bürgern ein größeres Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Bis zu 90 Polizisten insgesamt seien über den Tag verteilt unterwegs, berichtet ein Sprecher. Ihre Aufgabe ist es auch, vermehrt Personenkontrollen durchzuführen.

Für eine Zwischenbilanz, wie sich der Aufmarsch der Ordnungshüter auswirkt, sei es zu früh, so der Sprecher weiter. Der subjektive Eindruck sei, dass das Konzept gut ankomme. In den vergangenen Wochen hatten sich viele Bürger gemeldet und Ängste um ihre Sicherheit geäußert. "Das hat sich auf null reduziert."

Gleichwohl rüsten die Stuttgarter, wie viele Bürger bundesweit, waffentechnisch auf. Seit Jahresanfang wurden bei der Stadt bereits 266 Anträge auf einen kleinen Waffenschein gestellt. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2015, in dem 221 Anträge eingingen, wie eine Sprecherin der Stadt bestätigt. Der kleine Waffenschein ermächtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen - ausgenommen sind Großveranstaltungen wie Fußballspiele oder Konzerte. Da seien derlei Waffen verboten, sagt die Sprecherin. Grundsätzlich darf jeder über 18 Jahre solche Waffen kaufen, ohne kleinen Waffenschein darf man sie aber nur auf dem eigenen Grundstück führen.

Den Anstieg der Antragszahlen sieht man im Rathaus in klarer Verbindung zu den Diebstählen und sexuellen Übergriffen der Neujahrsnacht. Gleichwohl hat der Trend schon früher eingesetzt: 2014 hatte es gerade mal 68 Anträge auf einen kleinen Waffenschein gegeben, also 153 weniger als im Jahr drauf.

Mit Blick auf die Neujahrsnacht ermittelt die Polizei unterdessen weiter. Nach wie vor liegen ihr 44 Anzeigen vor, in denen es um Diebstahl, teilweise in Verbindung mit sexueller Nötigung geht. Einen Verdächtigen nahmen die Beamten noch direkt an Silvester fest. Einen zweiten fassten sie diese Woche: In einer Flüchlingsunterkunft in Mannheim verhafteten sie am Dienstag einen 21-jährigen Algerier, der im Verdacht steht, einer 19-jährigen auf dem Schlossplatz ihr Smartphone entrissen zu haben.

Die junge Frau hatte gegen 0.30 Uhr das Feuerwerk gefilmt, als sie plötzlich heftig angerempelt wurde - und ein Unbekannter sich ihr Handy griff. Umfangreiche Ermittlungen führten die Polizei zu einem 29-jährigen Syrer, der das Smartphone von dem 21-Jährigen gekauft haben soll. Dieser befindet sich nun in Haft.

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